Thyssenkrupp-Aktie bleibt bei neun Euro gefangen – kommt die Wende noch?
Henry KochThyssenkrupp-Aktie bleibt bei neun Euro gefangen – kommt die Wende noch?
Thyssenkrupp-Aktie: Wie geht es weiter?
Die Thyssenkrupp-Aktie bewegt sich seit Tagen seitwärts bei rund neun Euro. Wohin entwickelt sich der Kurs des deutschen Industriekonzerns?
- Dezember 2025, 12:00 Uhr MESZ
Thyssenkrupp steht vor einem weiteren schwierigen Jahr: Die meisten Sparten des Konzerns melden rückläufige Umsätze. Der Aktienkurs verharrt seit Tagen bei etwa neun Euro – ohne Anzeichen für eine Besserung. Lediglich die Bereiche Marine und Dekarbonisierungstechnologien verzeichneten in den jüngsten Finanzberichten positive Ergebnisse.
Im Geschäftsjahr bis September 2025 verzeichneten fast alle Geschäftsbereiche von Thyssenkrupp sinkende Erlöse. Einzige Ausnahme war die Marinesparte (TKMS), die Wachstum verbuchen konnte. Die Sparte Decarbon Technologies stach als einziger Bereich mit einem nennenswerten operativen Gewinn hervor.
Besondere Sorgenkinder bleiben die Stahl- und die Automotivesparte. Während für den Stahlbereich weiterhin keine klare Lösung in Sicht ist, zeigt der Automobilsektor keine erwarteten Wachstumsimpulse. Konzernchef Miguel López treibt die Umstrukturierung des Unternehmens weiter voran, doch neue Personalentscheidungen in der Führungsebene stehen derzeit nicht an. Allerdings wird Dr.-Ing. Marco Richrath im Januar 2026 die Position des COO bei thyssenkrupp Steel Europe übernehmen und sich auf die Produktionsumstrukturierung in Duisburg konzentrieren.
Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 rechnet das Unternehmen nicht mit einem spürbaren Umsatzwachstum. Stattdessen wird ein erheblicher Verlust zwischen 400 Millionen und 800 Millionen Euro erwartet. Ohne eine Wende in den angeschlagenen Sparten sehen Analysten kaum Potenzial für eine Erholung des Thyssenkrupp-Kurses.
Die Zukunft des Konzerns hängt nun davon ab, ob die Umstrukturierung greift und Thyssenkrupp in Wachstumsmärkten wieder Fuß fassen kann. Die nächsten Finanzzahlen werden zeigen, ob die Sparmaßnahmen und Führungswechsel die Performance stabilisieren können. Für Anleger bleibt die Lage vorerst ungewiss.