Theaterfestival begeistert mit sieben tiefgründigen Produktionen und stehenden Ovationen
Jonas MayerTheaterfestival begeistert mit sieben tiefgründigen Produktionen und stehenden Ovationen
Das diesjährige Theaterfestival präsentierte sieben beeindruckende Produktionen, ausgewählt aus über hundert Einreichungen. Jede Aufführung überzeugte durch schonungslose Ehrlichkeit und eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Lebens. Sowohl das Publikum als auch die Künstler*innen verließen die Veranstaltung mit einem Gefühl der Verbundenheit und eines gemeinsamen Zwecks.
Eine zehnköpfige Jury wählte die finalen Stücke nach der Sichtung von Bewerbungen aus ganz Deutschland aus. Nordrhein-Westfalen reichte die meisten Arbeiten ein, gefolgt von Berlin und Brandenburg.
Eröffnet wurde das Festival mit APOLLON – STOP TRYNA BE GOD von waltraud900, einem mutigen Stück, das traditionelle männliche Rollenbilder hinterfragt. Die Produktion verband persönliche Geschichten aus echten Vater-Sohn-Beziehungen, darunter ein Moment, in dem der Performer Gustav Becker seine Leidenschaft für den Fußballverein Fortuna Düsseldorf teilte.
Ein weiterer Höhepunkt war TRAUER//FALL von POLYLUX, gespielt von einem Ensemble zwischen 13 und 18 Jahren. Die jungen Darstellerinnen verwebten private und öffentliche Trauer, verarbeiteten eigene Erfahrungen und setzten gleichzeitig starke politische Akzente. Ihre Arbeit wurde zum 47. Theatertreffen der Jugend* nach Berlin eingeladen.
Zu den gezeigten Stücken zählte auch ANNE, eine Produktion über Anne Frank, die im Haus der Berliner Festspiele aufgeführt wurde. Wie die anderen Aufführungen hinterließ sie durch ihre emotionale Wucht und Aktualität einen bleibenden Eindruck.
Als sich der Vorhang zum letzten Mal schloss, erhoben sich die Zuschauerinnen zu stehenden Ovationen. Die Künstlerinnen, viele von ihnen hatten tief Persönliches geteilt, verließen die Bühne mit spürbarem Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung.
Das Festival endete mit einer Würdigung aller sieben Produktionen für ihre Dringlichkeit und emotionale Tiefe. Die ausgewählten Werke – von intimen Familiengeschichten bis zu gesellschaftspolitischen Themen – werden noch lange nachhallen. TRAUER//FALL geht nun zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin und erreicht damit ein noch größeres Publikum.






