Teure Ampel-Pleite in Rheda-Wiedenbrück: 20 Meter Verwirrung für Radfahrer
Clara MeyerTeure Ampel-Pleite in Rheda-Wiedenbrück: 20 Meter Verwirrung für Radfahrer
Ein verwirrendes Ampelsystem in Rheda-Wiedenbrück ist im jüngsten Bericht des Bundes der Steuerzahler als teurer Fehler angeprangert worden. Die Stadt hatte vier Ampeln über eine ungewöhnlich lange Strecke von 20 Metern installiert – mit der Folge, dass Radfahrer ratlos zurückblieben. Mittlerweile geben die Verantwortlichen zu, dass die Planung fehlerhaft war, behaupten jedoch, kaum eine andere Wahl gehabt zu haben.
Der Streit begann, als Rheda-Wiedenbrück Landesmittel für den Bau eines Radwegs entlang einer alten Bahntrasse beantragte. Eine zentrale Auflage war die sichere Querung der Pixeler Straße für Radfahrer. Die Stadt schlug zunächst eine Absperrung mit einer Überquerungshilfe in 20 Metern Entfernung vor, doch die Bezirksregierung lehnte diesen Plan ab.
Sieben verschiedene Behörden beteiligten sich an der Gestaltung der Querung, wobei jede die Risiken unterschiedlich bewertete. Die Stadt schlug daraufhin vor, die Überquerungshilfe an die Höhe des Radwegs anzupassen – doch auch diese Idee blockierte die Straßenbauverwaltung des Landes. Schließlich wurden vier Ampeln über eine 20 Meter lange Strecke montiert – deutlich länger als die übliche Distanz von vier Metern – zu Kosten von 47.000 Euro für die Stadt und 51.000 Euro für die Steuerzahler.
Der Schwarzbuch-Bericht des Bundes der Steuerzahler führt das Projekt nun als eines von 14 Beispielen für verschwendete öffentliche Mittel in Nordrhein-Westfalen auf. Darin heißt es, es hätten andere Sicherheitslösungen gegeben, doch die Bezirksregierung habe nie eine bevorzugte Variante benannt. Die jährliche Wartung der Ampeln schlägt mit weiteren 1.000 bis 1.500 Euro zu Buche.
Mittlerweile räumen Stadtvertreter ein, dass die Ampeln für Verwirrung sorgen. Sie argumentieren jedoch, die Förderbedingungen der Bezirksregierung hätten sie zu dieser teuren und unpraktischen Lösung gezwungen.
Trotz der Mängel und der laufenden Kosten bleibt die Ampelanlage vorerst bestehen. Radfahrer müssen weiterhin eine ungewöhnlich lange und verwirrende Querung bewältigen. Der Fall steht nun exemplarisch dafür, wie bürokratische Entscheidungen zu unnötigen Ausgaben öffentlicher Gelder führen können.






