Taxikrieg eskaliert: Städte erhöhen Preise für Uber und Bolt gegen Widerstand der Anbieter
Jonas MayerVoreinstellung für Uber-Fahrten: Essen will das Taxi schützen - Taxikrieg eskaliert: Städte erhöhen Preise für Uber und Bolt gegen Widerstand der Anbieter
In Deutschland verschärft sich der seit langem schwelende Konflikt zwischen traditionellen Taxis und Fahrdienstvermittlern wie Uber oder Bolt. Mehrere Städte führen nun Mindestpreise ein, um Rabatte einzudämmen und Taxifahrer zu schützen – was für Fahrgäste jedoch höhere Kosten bedeuten könnte.
Essen war die erste Stadt in Nordrhein-Westfalen, die zum 1. Januar 2023 Mindesttarife für Fahrdienstvermittler durchsetzte. Die Regelung begrenzt Rabatte auf maximal sieben Prozent unter den üblichen Taxipreisen. Mehrere Anbieter kündigten umgehend an, die Entscheidung gerichtlich anfechten zu wollen.
Andere Städte zogen schnell nach: Düsseldorf führte Anfang 2025 ähnliche Vorschriften ein, Dortmund folgte Mitte desselben Jahres. Köln plant, die Regelung noch vor Jahresende 2025 zu übernehmen. Bereits jetzt erlaubt das geltende Recht Kommunen, Taxitarife festzulegen und Mindestpreise für Fahrdienste vorzugeben. Oliver Krischer, Verkehrsminister von NRW, unterstützte öffentlich Essens Vorgehen. Er schlug vor, dass Städte noch weitergehen und für stark nachgefragte Strecken Festpreise einführen könnten, um die Kosten für Fahrgäste besser kalkulierbar zu machen. Zudem rief er andere Kommunen dazu auf, ihre bestehenden Befugnisse zur Tarifregulierung zu nutzen.
Ziel der neuen Regeln ist es, Taxifahrer vor dem harten Wettbewerb durch Fahrdienstvermittler zu schützen. Da immer mehr Städte Mindestpreise durchsetzen, müssen Fahrgäste jedoch mit höheren Kosten für solche Dienste rechnen. Mögliche Klagen von Unternehmen wie Uber oder Bolt könnten die Umsetzung der Vorschriften verzögern oder verändern.