Tarifstreit im NRW-Nahverkehr: ver.di droht mit Arbeitskampf nach ergebnislosen Verhandlungen
Jonas MayerTarifstreit im NRW-Nahverkehr: ver.di droht mit Arbeitskampf nach ergebnislosen Verhandlungen
Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr Nordrhein-Westfalens endete am 21. Januar ergebnislos. Die Arbeitnehmer, vertreten durch die Gewerkschaft ver.di, zeigten sich frustriert über unzumutbar hohe Arbeitsbelastungen und den sich verschärfenden Fachkräftemangel. Die Gewerkschaft kündigte an, nun die Belegschaft über mögliche nächste Schritte zu befragen – darunter auch Arbeitskampfmaßnahmen.
Bei den Gesprächen in Köln legten die Arbeitgeber kein konkretes Angebot vor, sondern kündigten an, im nächsten Verhandlungsdurchgang eigene Forderungen präsentieren zu wollen. Die Verhandlungen auf Arbeitgeberseite werden künftig vom Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen e.V. (NWO) geführt.
Die Beschäftigten fordern mehrere zentrale Verbesserungen: eine verkürzte Arbeitswoche ohne Lohnausgleich, eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten sowie einen Sonntagszuschlag von mindestens 40 Prozent. Zudem verlangen sie eine Erhöhung des bezahlten Sonderurlaubs für Gewerkschaftsarbeit auf acht Tage und die Ausweitung des Tarifvertrags auf kurzfristig Beschäftigte und Minijobber.
Da die Lohnanpassungen bereits an den öffentlichen Dienst-Tarifvertrag (TVöD) gekoppelt sind, liegt der Fokus auf der Entlastung durch bessere Arbeitszeitregelungen. Verhandelt wird über einen Rahmenvertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten. Ver.di warnte, dass die finanziellen Probleme im kommunalen Nahverkehr nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden dürften.
Da keine Einigung erzielt wurde, wird ver.di die Belegschaft nun über mögliche weitere Schritte informieren. Die Gewerkschaft ließ offen, ob es zu Streiks kommen könnte, sollten die Forderungen nicht erfüllt werden. Die nächste Verhandlungsrunde wird zeigen, ob die Arbeitgeber ein formelles Angebot auf die Vorschläge der Beschäftigten vorlegen.