Tailwind für Energie-Riesen von der neuen deutschen Regierung
Rückenwind für Energiekonzerne durch die neue deutsche Regierung
Nachrichtenüberblick der österreichischen Energiewirtschaft
- November 2021
Industrie, Energie, Finanzen
Die neue deutsche Koalitionsregierung hat einen ehrgeizigen Energieplan vorgelegt, der den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen und die Infrastruktur modernisieren soll. Die Vereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD unter Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz zielt mit weitreichenden politischen Weichenstellungen auf Klimaschutz, Digitalisierung und Innovation ab.
Von den Änderungen profitieren vor allem große Energieunternehmen wie E.ON, RWE und Uniper.
Die Koalition hat den deutschen Kohleausstieg von 2038 auf 2030 vorgezogen. Parallel dazu wird der Aufbau einer klimafreundlichen Wasserstoffwirtschaft stark gefördert. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Standortförderungsgesetz, das die Finanzierung von Start-ups verbessert und es Investmentfonds ermöglicht, mehr Kapital in erneuerbare Energien und Infrastruktur zu lenken.
Steuerliche Anreize sollen das Wachstum zusätzlich beflügeln. Ab Mitte 2025 können Unternehmen bis 2028 eine degressive Abschreibung von 30 Prozent auf Ausrüstungen geltend machen. Die Körperschaftsteuer sinkt ab 2028 von 15 auf 10 Prozent, während energieintensive Betriebe ab 2026 geringere Stromsteuern zahlen.
E.ON, als größter Netzbetreiber Deutschlands, wird von der Energiewende besonders profitieren. Seine Bedeutung für die Netzinfrastruktur und dezentrale Stromanschlüsse wächst mit dem Ausbau der Erneuerbaren. RWE plant unterdessen Milliardeninvestitionen in Offshore-Windparks, vor allem in der Nordsee.
Uniper ist mit seinem starken Gasgeschäft gut für die Transition aufgestellt. Gas bleibt entscheidend, um Schwankungen bei Wind- und Solarstrom auszugleichen. Das Unternehmen wird zudem eine führende Rolle bei Wasserstoff einnehmen und könnte an bestehenden Standorten saubere Wasserstoffanlagen für die Stromerzeugung errichten.
Die neuen politischen Weichenstellungen eröffnen den Energieunternehmen klare Chancen. E.ON, RWE und Uniper werden eine zentrale Rolle bei der Netzerneuerung, dem Offshore-Windausbau und der Wasserstoffentwicklung spielen. Mit Steuererleichterungen und Fördermitteln will die Koalition den Wandel Deutschlands zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft bis 2030 beschleunigen.