Tagesmütter in Bergisch Gladbach kämpfen um ihre Existenzgrundlage
Tagesmütter in Bergisch Gladbach kämpfen mit freien Plätzen und finanzieller Unsicherheit
Mit 46 unbesetzten Betreuungsplätzen für das kommende Jahr stehen viele Tagesmütter in Bergisch Gladbach unter wachsendem Druck. Sinkende Geburtenraten und der Ausbau von Kita-Plätzen verschärfen die Situation. Sarah Heller, eine langjährige Tagesmutter, hat nun beschlossen, den Beruf ganz aufzugeben.
Der Rückgang der Nachfrage nach Betreuungsplätzen ist auf die sinkende Geburtenrate in der Stadt zurückzuführen. Weniger Kleinkinder bedeuten mehr freie Plätze als Kinder – für Tagesmütter bleibt damit weniger Familien, die sie finanziell tragen. Gleichzeitig haben Kitas ihre Kapazitäten für unter Dreijährige ausgebaut und verschärfen so die Konkurrenz.
Eltern fühlen sich oft gedrängt, Kita-Plätze anzunehmen, selbst wenn sie zunächst die Betreuung durch eine Tagesmutter bevorzugen. Manche wechseln bereits nach wenigen Wochen oder Monaten, aus Sorge, später keinen Platz mehr zu bekommen. Diese Instabilität belastet Tagesmütter wie Heller, die auf eine stetige Auslastung angewiesen sind, finanziell und emotional.
Jenni Löllgen, Sprecherin der Interessengemeinschaft Kindertagespflege Bergisch Gladbach, betonte, wie wichtig die Tagespflege weiterhin sei. Sie bezeichnete sie als „wertvolle Ergänzung“ zum Betreuungssystem, besonders für sehr junge Kinder. Die Gruppe bestehe nicht darauf, mit Kitas zu konkurrieren, sondern wolle ein eigenständiges Angebot darstellen.
Heller, die auch den Verein leitet, zeichnet ein düsteres Bild der Zukunft: „Für die Kindertagespflege steht nichts Gutes bevor“, sagte sie mit Verweis auf anhaltende finanzielle und strukturelle Herausforderungen.
Die Lage zwingt Betreuungskräfte wie Heller zu schwierigen Entscheidungen. Mit weniger Kindern und dem wachsenden Druck durch den Kita-Ausbau steht viele vor einer ungewissen Zukunft. Das Bergisch Gladbacher Betreuungssystem hat mittlerweile mehr Kapazitäten als Nachfrage – für Tagesmütter bleibt nur die Wahl: anpassen oder den Beruf verlassen.






