05 April 2026, 02:29

"Sündenwald" in Manheim: Rodung beginnt trotz Proteste und Baumhaus-Besetzung

Menschen demonstrieren auf einer Straße, halten Fahnen und Plakate, mit Bäumen und Himmel im Hintergrund.

"Sündenwald" in Manheim: Rodung beginnt trotz Proteste und Baumhaus-Besetzung

Der "Sündenwald" in Manheim soll in den kommenden Tagen gerodet werden – trotz anhaltender Proteste. Seit Ende 2024 besetzen Aktivistinnen und Aktivisten das verbliebene ein Hektar große Gelände und leben in Baumhäusern, um die Abholzung zu verhindern. Die Stadt Kerpen hat nun ab dem 6. Oktober um Mitternacht ein Betretungsverbot für alle Außenstehenden verhängt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ursprünglich sollte die Rodung des Waldes Ende 2024 abgeschlossen sein. Doch die Protestierenden verschanzten sich im Gebiet und verhinderten so die vollständige Abholzung. Seither halten sich durchgehend fünf bis zehn Personen vor Ort auf; mit Annäherung der Räumung wird mit weiteren Unterstützern gerechnet.

Die Widerstandsbewegung ruft zu Sachspenden wie Nahrungsmitteln und Kleidung für die Besetzer auf. Für Montag, 11:00 Uhr, ist zudem eine Pressekonferenz geplant. Bisher haben sich drei Aktivistengruppen öffentlich an der Besetzung beteiligt.

Der Energiekonzern RWE, dem der Großteil des Manheimer Brachlands gehört, benötigt rund 250 Millionen Kubikmeter Erde aus dem Gebiet. Das Material soll verwendet werden, um Halden für das Projekt "Wasser voran" einebnen – eine geplante Seelandschaft, deren Entwicklung 2030 beginnen soll. Eine 2023 geschlossene Vereinbarung zwischen RWE und der Kommune regelt die nachhaltige Zusammenarbeit für das Vorhaben.

Die Kerpener Behörden haben nun ein striktes Betretungsverbot verhängt, das ab dem 6. Oktober gilt. Die Maßnahme soll weitere Störungen während der anstehenden Rodungsarbeiten verhindern.

Trotz monatelanger Proteste wird der "Sündenwald" bald gefallen sein. Die Erde soll für RWEs Seenprojekt wiederverwendet werden, während die Aktivistinnen und Aktivisten weiter Widerstand leisten. Das Betretungsverbot der Stadt bleibt bis zum Abschluss der Arbeiten in Kraft.

Quelle