Stuttgart erhöht Kita-Gebühren und führt Spitzensteuer für Topverdiener ein
Jonas MayerStuttgart erhöht Kita-Gebühren und führt Spitzensteuer für Topverdiener ein
Die Stadt hat den Entwurf für ihren Haushalt 2026 vorgestellt – mit einem Defizit von rund 2,3 Millionen Euro. Beamte warnen, dass der finanzielle Druck in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Um die Lücke zu schließen, sind nun eine Reihe von Sparmaßnahmen und neue Einnahmequellen geplant.
Eine zentrale Neuerung ist die Erhöhung der Gebühren für Kinderbetreuung um 20 Prozent. Haushalte mit einem Einkommen von über 75.000 Euro müssen tiefer in die Tasche greifen: Die monatlichen Kosten für Mittagessen steigen von 56 auf 84 Euro. Zudem entfällt eines der bisher drei gebührenfreien letzten Kita-Jahre – künftig sind nur noch die letzten beiden Jahre kostenlos.
Zusätzlich führt die Stadt eine neue Spitzensteuer ein. Wer mehr als 130.000 Euro verdient, muss künftig einen Zuschlag von 20 Prozent zahlen. Dies geschieht vor dem Hintergrund stark steigender Transferzahlungen, die fast 40 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen.
Trotz dieser Maßnahmen klafft die Lücke zwischen regulären Einnahmen und Ausgaben weiter auseinander. Um die langfristige Belastung zu verringern, plant die Verwaltung, zwischen 2026 und 2029 über 187 Millionen Euro in den städtischen Eigenbetrieb zu investieren. Vergleichbare Gebührendetails aus Nachbarstädten liegen jedoch noch nicht vor – Stuttgart selbst kündigt lediglich höhere Elternbeiträge ab September 2026 an.
Die Haushaltsanpassungen sollen die Finanzen stabilisieren, doch die wirtschaftliche Lage der Stadt bleibt angespannt. Angesichts steigender Kosten und sinkender Einnahmen könnten in den nächsten Jahren weitere Maßnahmen nötig werden. Die Änderungen treten wie geplant in Kraft, sofern sie in künftigen Beratungen nicht überarbeitet werden.