Strompreise im Minus: Verbraucher erhalten Geld für ihren Stromverbrauch
Jonas MayerStrompreise im Minus: Verbraucher erhalten Geld für ihren Stromverbrauch
Strompreise in Deutschland erreichen Rekordtiefs – Kunden erhalten Geld für Verbrauch
Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland auf historische Tiefststände, sodass einige Verbraucher sogar dafür bezahlt wurden, Strom zu nutzen. Der ungewöhnliche Preisverfall trat auf, weil starke Sonneneinstrahlung und Wind die Großhandelspreise ins Negative trieben. Zum ersten Mal in diesem Jahr sanken die Preise für Kunden mit dynamischen Tarifen für mehrere Stunden unter null.
Der steile Rückgang begann um 9 Uhr, als die Großhandelspreise negativ wurden. Bis 17 Uhr blieben sie im Minus – angetrieben von dem, was Experten als „sonnige Brise“ bezeichnen: einer hohen Stromerzeugung durch Solar- und Windkraft. Zwischen 13 und 14 Uhr stürzten die Großhandelspreise auf –250,32 Euro pro Megawattstunde ab, was –25,03 Cent pro Kilowattstunde entspricht.
Für Endverbraucher variierten die Nettopreise je nach Region aufgrund lokaler Netzentgelte. In Köln profitierten Tibber-Kunden mit dem niedrigsten Satz von –8,6 Cent pro Kilowattstunde in derselben Stunde. In Gebieten mit geringeren Netzentgelten gab es noch höhere Rabatte – einige zahlten sogar nur –12 Cent pro Kilowattstunde. Dagegen stiegen die Preise zwischen 20 und 21 Uhr auf 36 Cent pro Kilowattstunde an, den höchsten Wert des Tages.
Dieser Trend setzt die Entwicklung des Vorjahres fort, als die Großhandelspreise 457 Stunden lang negativ waren. Ein extremer Einbruch im Juli 2023 trieb die Preise auf –500 Euro pro Megawattstunde nach unten. Experten sagen nun ein weiteres Jahr mit häufigen Negativpreisen voraus – begründet mit der anhaltenden Unflexibilität des Strommarktes.
Die Rekordtiefs zeigen, wie starke Schwankungen bei erneuerbaren Energien die Preise durcheinanderbringen können. Besonders Kunden mit dynamischen Tarifen profitierten, da sie teilweise Geld erhielten, um Strom zu verbrauchen. Analysten warnen jedoch, dass eine solche Volatilität anhalten könnte, solange Netz- und Marktengpässe nicht behoben werden.






