15 January 2026, 17:52

Streit um Förderschule in Neunkirchen: 97 Millionen für ein umstrittenes Projekt

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Streit um Förderschule in Neunkirchen: 97 Millionen für ein umstrittenes Projekt

Geplante Förderschule in Neunkirchen-Seelscheid stößt auf heftigen Widerstand

In Neunkirchen-Seelscheid (Nordrhein-Westfalen) gerät der Bau einer geplanten Förderschule zunehmend in die Kritik. Ein Bündnis aus Behindertenrechtsverbänden, Elterninitiativen und Sozialverbänden hat Beschwerde gegen das Vorhaben eingelegt – mit dem Ziel, den Bau zu stoppen. Die Gegner argumentieren, dass das 97-Millionen-Euro-Projekt den gesetzlichen Vorgaben zur inklusiven Bildung widerspricht.

Der Landschaftsverband Rheinland, der für die Errichtung der Schule verantwortlich ist, plant dort 180 Plätze für kinder mit körperlichen Behinderungen zu schaffen. Die Befürworter verweisen darauf, dass in der Region ein Mangel an spezialisierten Schulangeboten herrsche und die neue Einrichtung daher notwendig sei.

Die kritische Allianz bestreitet diesen Bedarf jedoch. Ihrer Ansicht nach könnten die betroffenen kinder an regulären Schulen unterrichtet werden, indem pro Jahrgangsstufe jeweils ein zusätzliches Kind aufgenommen würde. In ihrer bei Der Spiegel thematisierten Beschwerde wird zudem die hohe Kosten des Projekts als unverhältnismäßig kritisiert.

Eva-Maria Thoms von der Elterninitiative Mittendrin betont, die Entscheidung verstoße gegen das Schulgesetz Nordrhein-Westfalens. Sie setzt sich für inklusive Bildung ein, bei der kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen. Das Bündnis hat seine Bedenken mittlerweile an die kommunale Aufsichtsbehörde herangetragen.

Bisher ist keine konkrete Verantwortliche oder kein Verantwortlicher benannt worden, die oder der alternative Genehmigungswege abgelehnt hätte.

Im Kern geht es in dem Streit darum, ob die geplante Schule den rechtlichen Inklusionsvorgaben entspricht. Sollte die Beschwerde Erfolg haben, könnte das 97-Millionen-Projekt gestoppt werden. Die Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie kinder mit körperlichen Behinderungen in der Region künftig beschult werden.