Streit um Arbeitszeitrechner: GEW NRW wirft Ministerin Feller Realitätsverlust vor
Clara MeyerStreit um Arbeitszeitrechner: GEW NRW wirft Ministerin Feller Realitätsverlust vor
In Nordrhein-Westfalen ist ein Streit über Pläne zur Erfassung der Arbeitszeiten von Lehrkräften entbrannt. Die Gewerkschaft GEW NRW hat die jüngsten Äußerungen von Bildungsministerin Dorothee Feller zu dem Thema scharf kritisiert. Die Gewerkschaft wirft ihr vor, die tatsächlichen Belastungen der Lehrkräfte nicht widerzuspiegeln und den Zweck der Arbeitszeitrechner falsch darzustellen.
Feller bezeichnete die verpflichtende Arbeitszeitrechner als ein "schwieriges Thema" und deutete an, dass sie zu strengeren Präsenzpflichten während der Ferien führen könnte. Zudem behauptete sie, dass vollbeschäftigte Lehrkräfte nicht systematisch überlastet seien – eine Aussage, die die GEW NRW vehement zurückweist.
Die Gewerkschaft betont, dass die Erfassung der Arbeitszeiten kein "Privileg" sei, sondern eine gesetzliche Verpflichtung. Sie lehnt auch die Vorstellung ab, dass die Arbeitszeitrechner nur für die Anwesenheit in der Schule gelten solle. Stattdessen fordert die GEW NRW ein System, das sämtliche Arbeitsleistungen erfasst – unabhängig vom Ort. Nach Ansicht der Gewerkschaft würde eine genaue Arbeitszeitrechner offenlegen, wie stark das Bildungssystem von unbezahlter Arbeit abhängt. Dies, so argumentiert sie, würde die Politik zwingen, die Arbeitsbelastung zu reduzieren, bessere Ressourcen bereitzustellen und wirksame Entlastungsmaßnahmen einzuführen. Die GEW NRW hat eine offene Debatte über diese Themen gefordert und kritisiert, dass die aktuellen Vorschläge den Bedürfnissen der Schulen nicht gerecht werden.
Die Auseinandersetzung zeigt tiefe Gräben auf, wie die Arbeitsbelastung von Lehrkräften überwacht und gesteuert werden soll. Die GEW NRW hält Fellers Ansatz für realitätsfremd und warnt davor, dass er die bestehenden Belastungen weiter verschärfen könnte. Vorerst ist keine Lösung in Sicht, sodass die Zukunft der Arbeitszeitrechner ungewiss bleibt.