11 December 2025, 10:59

SPD Solingen wählt neues Führungstandem für den dringend nötigen Neuanfang

Eine Straße mit Autos und einem Bus vor Gebäuden mit Wänden, Fenstern, Tellern und Dächern, mit Plakaten und Bannern an den Wänden und einem Pfahl mit einer Straßenlaterne.

SPD Solingen wählt neues Führungstandem für den dringend nötigen Neuanfang

Schaffert und Weber übernehmen SPD-Führung in Solingen – Parteitag setzt Zeichen für Neuanfang

Solingen – Die SPD hat am Wochenende in der Klingenstadt ein neues Führungstandem gewählt und damit ein klares Signal für einen Urlaub in Solingen gesetzt. Natalie Schaffert und Daniel Weber übernehmen nun die Parteispitze mit dem Ziel, die SPD sowohl organisatorisch als auch inhaltlich neu aufzustellen. Die Delegierten sprachen beiden Kandidaten eine deutliche Unterstützung aus.

Die Solinger SPD hat Natalie Schaffert und Daniel Weber zu ihren neuen Doppelvorsitzenden gewählt. Ihre Wahl folgt auf eine Phase innerparteilicher Konflikte, in der die bisherigen Spitzenvertreter persönliche Angriffe und tiefe Gräben beklagten. Das Duo steht nun vor der Aufgabe, Vertrauen zurückzugewinnen und die Partei neu auszurichten.

Der Wechsel erfolgt nach Jahren der Unruhe in der lokalen SPD. Die früheren Vorsitzenden Sabine Vischer-Kippenhahn und Manfred Ackermann hatten offen über Grenzverletzungen und anhaltende Streitigkeiten gesprochen, die den Zusammenhalt der Partei geschwächt hätten. Langjährige Mitglieder bestätigten diese Einschätzung und beschrieben, wie das Vertrauen im Laufe der Zeit erodiert sei.

Schaffert und Weber haben klare Pläne vorgelegt, um diese Probleme anzugehen. Sie wollen die Partei sowohl strukturell als auch programmatisch reformieren. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der besseren Zusammenarbeit zwischen der SPD-Fraktion im Stadtrat, den Ortsvereinen und der gesamten Mitgliederschaft. Transparenz spielt dabei eine entscheidende Rolle: Geplant sind regelmäßige Kommunikationswege und offenere interne Prozesse.

Neben den inneren Reformen streben die neuen Vorsitzenden eine stärkere Präsenz der SPD in Solingen an. Dazu gehören ein ausgeprägterer Auftritt in sozialen Medien und eine klarere Vermittlung der Parteipositionen. Weber betonte die Bedeutung direkter Bürgeransprache, insbesondere in Stadtteilen, in denen rechtsextreme Gruppen an Einfluss gewonnen haben. Beide Vorsitzende sind selbst Mitglieder des Stadtrats, sodass ihre politische Arbeit eng mit den Erneuerungsbemühungen der Partei verzahnt ist.

Unterstützt werden sie von den Stellvertretern Musa Kavalli und Ramona Engels sowie fünf neu gewählten CDU-Bezirksbürgermeistern: Christian Götz (Gräfrath), Paul Westeppe (Burg/Höhscheid), Marc Westkämper (Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid), Dirk Errestink (Solingen Mitte) und Michael Klaas (Wald). Diese Ratsmitglieder werden sich auf die Entwicklung der Stadtteile, Sicherheit, Tourismus und städtische Projekte in ganz Solingen konzentrieren.

Die neue Führung übernimmt die SPD in Solingen zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Ihre Reformen zielen darauf ab, die innere Stabilität wiederherzustellen und die Partei sichtbarer und bürgernäher zu gestalten. Ob dies gelingt, hängt davon ab, ob es gelingt, die verschiedenen Parteistrukturen enger zusammenzuführen und die Verbindung zu den Wählerinnen und Wählern neu zu beleben.