Solinger Kirchenkreis ruft zu Solidarität mit Israel und kämpft gegen finanzielle Not
Jonas MayerSolinger Kirchenkreis ruft zu Solidarität mit Israel und kämpft gegen finanzielle Not
Superintendentin Dr. Ilka Werner hat in ihrem Jahresbericht an die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen zu mehr Solidarität mit Israel aufgerufen. Den Anstieg des Antisemitismus bezeichnete sie als unerträglich – selbst Jahrzehnte nach dem Schwur „Nie wieder“ angesichts des Holocaust. In ihrer Rede ging sie zudem auf finanzielle und strukturelle Herausforderungen ein, vor denen die Kirche und ihr Wohlfahrtsverband, die Diakonie, stehen.
Werner betonte die Notwendigkeit von Demut und einer klaren Haltung gegen Antisemitismus, insbesondere vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts. Sie verwies auf die Verfassung der Evangelischen Kirche im Rheinland, die Gottes bleibende Erwählung Israels als sein Volk bekräftigt.
Die finanzielle Lage des Kirchenkreises ist düster: Bis 2030 rechnet man nur noch mit zwölf Pfarrstellen und zwei Dritteln des aktuellen Haushalts – eine Folge schrumpfender Mitgliedszahlen. Explodierende Personalkosten und unzureichende staatliche Unterstützung haben die Diakonie in eine prekäre Lage gebracht. Ohne Entlastung drohen Kürzungen bei sozialen Dienstleistungen.
Um sich anzupassen, wurde der Diakonischen Einrichtung mehr Eigenständigkeit eingeräumt, um schneller handeln zu können. Ab 2026 werden haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in Kirchenmusik, Kinder- und Jugendarbeit direkt vom Kirchenkreis beschäftigt. Ein neues Kooperationsmodell sieht vor, dass Pfarrerinnen und Pfarrer in Teams über drei regionale Cluster hinweg arbeiten.
Der Kirchenkreis steht somit vor einer doppelten Herausforderung: finanzieller Druck und die moralische Verpflichtung, Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten. Die strukturellen Änderungen sollen mehr Flexibilität und Effizienz bringen. Ohne zusätzliche Unterstützung könnten soziale Dienstleistungen jedoch trotz des Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter gefährdet sein.






