12 February 2026, 13:17

Solingens Kirchengebäude stehen vor radikaler Umstrukturierung bis 2035

Ein altes Buch mit einer detaillierten Zeichnung einer Kirche mit sichtbaren Fenstern, Türen und anderen architektonischen Merkmalen, begleitet von beschreibendem Text.

Solingens Kirchengebäude stehen vor radikaler Umstrukturierung bis 2035

Emotionale Debatte in Solingen: Zukunft der evangelischen Kirchengebäude zurzeit auf dem Spiel

Am 11. Februar fand in Solingen eine hitzige Versammlung statt, bei der über die Zukunft der evangelischen Kirchengebäude der Stadt diskutiert wurde. Rund 350 Teilnehmer, darunter Vertreter aller zehn Gemeinden, kamen zusammen, als die Kirchenführung vorschlug, bis 2035 die Hälfte der Immobilien aufzugeben. Der Schritt ist eine Reaktion auf sinkende Mitgliederzahlen und wachsenden finanziellen Druck – endgültige Entscheidungen sollen jedoch erst 2027 fallen.

Die Evangelische Kirche in Solingen verwaltet derzeit 13 aktive Kirchengebäude und neun Gemeinschaftszentren. Doch aufgrund schrumpfender Zahlen – die Mitgliedschaft soll von derzeit 35.000 auf voraussichtlich nur noch 16.500 im Jahr 2040 sinken – könnten viele Immobilien bald unbezahlbar werden. Die Synode hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 die Hälfte der Gebäude abzugeben, was Teil eines größeren Plans zur Erreichung der Klimaneutralität ist.

Bisher gab es noch keine Schließungen, doch einige Gebäude wie die Lutherkirche könnten nach 2030 keine regelmäßigen Gottesdienste mehr anbieten. Bei der Versammlung am 11. Februar wurden die Pläne vorgestellt, doch endgültige Beschlüsse werden erst Ende 2027 erwartet. Größere Gemeinden wie Ohligs, Wald, Mitte und Dorp sind vorerst kaum gefährdet. Kleinere Gemeinden – darunter Widdert, Rupelrath, Merscheid und Ketzberg – könnten ihre Gebäude jedoch verlieren.

Die finanzielle Belastung und der Mitgliederschwund zwingen die Kirche, ihre Immobilienbestände neu zu bewerten. Da die endgültigen Entscheidungen noch zwei Jahre auf sich warten lassen, herrscht in den Gemeinden Unsicherheit darüber, welche Gebäude erhalten bleiben. Der Prozess spiegelt die größeren Herausforderungen wider, vor denen die Kirche angesichts schrumpfender Ressourcen und einer sich wandelnden Gemeinschaft steht.