20 June 2026, 14:19

Solingen: Wie sich Bestattungstraditionen radikal verändern – vom Sarg zur pflegeleichten Urne

Zahl der Urnenbeisetzungen auf evangelischen Friedhöfen steigt

Solingen: Wie sich Bestattungstraditionen radikal verändern – vom Sarg zur pflegeleichten Urne

Bestattungstraditionen in Solingen haben sich in den letzten Jahren spürbar gewandelt. Sargbestattungen sind heute deutlich seltener geworden, während Urnengräber für viele zur bevorzugten Wahl avanciert sind. Dieser Wandel spiegelt einen größeren gesellschaftlichen Umschwung im Umgang mit Trauer und Erinnerung wider.

Noch im Jahr 2014 waren Sarg- und Urnenbestattungen auf den evangelischen Friedhöfen Solingens fast gleichauf. Bis 2022 entfielen bereits über zwei Drittel aller Beisetzungen auf Urnenbestattungen. Dieser Trend hat zur Einführung neuer Grabformen geführt, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Zu den neueren Optionen zählen Wiesengräber, Kolumbarien und Baumbestattungen. Diese erfordern nur minimalen Pflegeaufwand, da die Friedhofsverwaltung die Instandhaltung gegen eine einmalige Gebühr übernimmt. Viele Angehörige begrüßen diese Entwicklung, da sie von der regelmäßigen Grabpflege entlastet werden.

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Zwei Friedhöfe bieten besonders ungewöhnliche Alternativen an: Das „Kunst- und Kultur-Urnengrab“ auf dem Kasinostraßen-Friedhof und der „Garten der Hoffnung“ auf dem Grünbaumstraße-Friedhof. Zudem haben die evangelischen Friedhöfe Solingens ihre Beisetzungen für Nichtmitglieder geöffnet – ein Bruch mit der bisherigen Praxis.

Trotz dieser Veränderungen bleibt die Gesamtzahl der Bestattungen stabil. Die evangelischen Friedhöfe verzeichnen nach wie vor jährlich zwischen 800 und 850 Beisetzungen. Der Aufstieg der Urnengräber und pflegeleichten Optionen markiert somit einen deutlichen Wandel in den lokalen Bestattungspraktiken – ohne dass sich die Gesamtzahl der Beisetzungen verändert. Auch die Friedhofspolitik hat sich angepasst, um ein breiteres Spektrum an Menschen einzubeziehen.

Quelle