Solingen startet mit "Housing First" radikale Wende in der Obdachlosenhilfe
Lukas AlbrechtSolingen startet mit "Housing First" radikale Wende in der Obdachlosenhilfe
Solingen will sein Vorgehen gegen Obdachlosigkeit mit einer neuen langfristigen Strategie grundlegend reformieren. Ein fraktionsübergreifender Antrag fordert strukturierte Maßnahmen zur Bewältigung des Problems, darunter eine bessere Koordinierung der bestehenden Hilfsangebote. Der Plan kommt zu einem Zeitpunkt, an dem etwa 20 Menschen in der Stadt derzeit ohne Obdach leben.
Im Mittelpunkt der neuen Strategie der Stadt steht der "Housing First"-Ansatz, der zur Grundlage der kommunalen Obdachlosenhilfe werden soll. Daneben sollen präventive Maßnahmen sowie leicht zugängliche Gesundheits- und Beratungsdienste Priorität erhalten.
Um auch diejenigen zu erreichen, die keinen Kontakt zu Unterstützungssystemen haben, werden gezielte Vertrauensbildungsinitiativen entwickelt. Die Verwaltung wird zudem prüfen, ob Begleitdienste eingeführt werden können, um die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren zu verbessern.
Das landesgeförderte Programm "ProMie+ Solingen", das derzeit als temporäres Projekt läuft, soll in eine dauerhafte Einrichtung überführt werden. Regelmäßige Fortschrittsberichte werden die Wirkung dieser Maßnahmen langfristig dokumentieren.
Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gemeinschaftsteilhabung wird die Vorschläge am 21. April 2026 beraten.
Ziel der neuen Strategie ist es, Obdachlosen in Solingen klarere Unterstützungswege zu bieten. Mit dem Fokus auf Wohnstabilität, Zugang zu Gesundheitsversorgung und besserer Vernetzung plant die Stadt, die Zahl der Menschen ohne Obdach zu verringern. Die nächsten Schritte werden in der Ausschusssitzung im kommenden Jahr erörtert.






