22 March 2026, 10:28

Solingen holt die vergessenen Liewerfrauen ins Gedächtnis zurück

Detailierte alte Karte von Zoffingen, Deutschland, zeigt Straßen, Gebäude, Bäume und Text auf vergilbtem Papier.

Solingen holt die vergessenen Liewerfrauen ins Gedächtnis zurück

Solingen belebt das Erbe seiner Liewerfrauen – jener starken Frauen, die einst schwere Waren in Körben durch ganz Europa trugen. Während diese Tradition andernorts im 19. Jahrhundert verschwand, arbeitet die Stadt nun daran, die Erinnerung daran wachzuhalten. Geplant sind mehr öffentliche Öffnungstage des historischen Lieferkontors, eines zentralen Ortes, der eng mit der Arbeit dieser Frauen verbunden ist.

Das Lieferkontor war einst das Herzstück des Solinger Handels, wo die Liewerfrauen ihre Körbe abladeten und Lohn für die Schleifer entgegennahmen. Heute Teil des dezentralen Industriemuseums der Stadt, wird es 2026 an mindestens fünf Terminen für Besucher geöffnet sein – jeweils von 10:00 bis 14:00 Uhr. Die Veranstalter hoffen, weitere Tage anbieten zu können, sobald sich ehrenamtliche Helfer melden.

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Eine geführte Wanderung am 19. April um 13:00 Uhr wird einen Abschnitt des Liewerfrauenwegs erkunden, startend am Gründerzentrum und endend in Wipperkotten. Der lokale Guide Lutz Peters wird zudem an vier zusätzlichen Sonntagen von 11:00 bis 13:00 Uhr Führungen anbieten. Langfristig soll das Lieferkontor jeden ersten Sonntag im Monat von April bis Oktober geöffnet sein.

Die Stätte ist einer von fünf Standorten des Solinger Industriemuseums, zu denen auch die Gesenkschmiede Hendrichs, Wipperkotten und das Gründerzentrum zählen. Stadtmarketing und Tourismus-Teams setzen sich dafür ein, das Lieferkontor während der Wandersaison von März bis Oktober besser zugänglich zu machen. Mehr Ehrenamtliche könnten diese Bemühungen ausweiten.

Die erweiterten Öffnungszeiten sollen die Geschichte der Solinger Liewerfrauen und ihrer harten Arbeit bewahren. Mit Unterstützung der Gemeinschaft könnte das Lieferkontor zu einem festen Anlaufpunkt für Besucher werden, die die industrielle Vergangenheit der Stadt erkunden. Das Projekt ist auf Freiwillige angewiesen, um in den kommenden Jahren weiter zu wachsen.

Quelle