RWE setzt auf Offshore-Windkraft in England und trotz Netzproblemen in Deutschland
Jonas MayerRWE-Chef Krebber: Netzausbau wird zum Problem - RWE setzt auf Offshore-Windkraft in England und trotz Netzproblemen in Deutschland
RWE treibt eine Welle von Projekten im Bereich erneuerbare Energien voran – sowohl im Inland als auch im Ausland. Das Unternehmen hat mittlerweile mehr Vorhaben in der Pipeline, als es finanzieren kann, was ihm die Flexibilität verschafft, Investitionen dorthin zu verlagern, wo die Rahmenbedingungen am günstigsten sind. Zwar bleibt Deutschland eine Priorität, doch der Konzern expandiert auch stark in England und anderen Märkten.
Der Energiekonzern konzentriert sich auf mehrere großangelegte Offshore-Windparks außerhalb Deutschlands. In England entwickelt RWE die Projekte Norfolk Vanguard East und West, die gemeinsam eine Leistung von 6,9 Gigawatt (GW) erbringen sollen. Dieses Vorhaben wird in Partnerschaft mit dem Investmentunternehmen KKR umgesetzt; die Inbetriebnahme ist zwischen 2029 und 2030 geplant. Ein weiteres Großprojekt, Dogger Bank South, entsteht in Kooperation mit Masdar und soll zwischen 3 GW und 4,8 GW Strom liefern. Mindestens vier zentrale Offshore-Windparks befinden sich im Bau, alle mit dem Ziel, bis Ende des Jahrzehnts fertiggestellt zu werden.
In Deutschland selbst betont Konzernchef Markus Krebber weiterhin bestehende Herausforderungen. Der Ausbau der Stromnetze bleibe das größte Hindernis und führe zu Verzögerungen bei neuen Rechenzentren und Kraftwerken. Die Anschlusszeiten hätten sich verlängert, was Engpässe im Energiesystem verursache. Krebber warnte, dass ohne schnellere und kostengünstigere Netzentwicklung künftige Projekte ins Stocken geraten könnten.
Trotz dieser Probleme zeigt sich Krebber überzeugt von der globalen Strategie RWEs. Selbst ein deutlicher Rückgang beim Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland hätte seiner Aussage nach "keinerlei Auswirkungen" auf das Unternehmen. Die Möglichkeit, Investitionen in attraktivere Märkte umzulenken, sorge dafür, dass RWEs Wachstumskurs unverändert bleibe.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien bei RWE geht weiter – mit den englischen Großprojekten, die bis Ende des Jahrzehnts ans Netz gehen sollen. Die finanzielle Stärke und internationale Präsenz des Konzerns ermöglichen es, sich schnell an veränderte Bedingungen anzupassen. Doch in Deutschland bleiben die Netzkapazitäten eine erhebliche Hürde für die künftige Expansion.