27 March 2026, 18:31

"Richi"-Meme löst juristischen Streit: Familie wehrt sich gegen kommerzielle Nutzung

Ein Mann mit Maske hält ein Mikrofon und steht vor einer Gruppe, die ein Transparent hält, mit Fahrrädern, einem Fahrzeug, Lautsprechern und einem Glasgebäude im Hintergrund.

"Richi"-Meme löst juristischen Streit: Familie wehrt sich gegen kommerzielle Nutzung

Ein langjähriger Schweizer Internet-Meme hat eine juristische und ethische Debatte ausgelöst, nachdem sich die betroffene Familie gegen dessen unberechtigte Nutzung ausgesprochen hat. Der sogenannte "Richi"-Meme, der einen Jungen zeigt, der von einem Bagger fällt, begleitet vom dramatischen Ruf seines Vaters, stammte ursprünglich aus einer TV-Folge des Jahres 2010. Über ein Jahrzehnt später wehrt sich die Familie Schömbächler nun gegen die kommerzielle Verwertung des Clips.

Der Meme entstand in einer Folge der SRF-Serie "Auf und davon", die 2010 ausgestrahlt wurde. Darin ist zu sehen, wie der junge Richi Schömbächler von einem Bagger kippt, woraufhin sein Vater Hermann laut ausruft. Der Ausschnitt entwickelte sich rasant zum viralen Phänomen und verbreitete sich in der Schweizer Popkultur.

Im Laufe der Jahre wurde der Meme zu Merchandise-Artikeln verarbeitet – von Socken über Aufnäher bis hin zu einem Kinderbuch. 2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng sogar einen Song mit dem Titel "Richi", in dem Hermanns Stimme ohne Erlaubnis verwendet wurde. Der Track erlangte zusätzliche Bekanntheit, als ihn der Schweizer Eishockey-Verband als Torjubelhymne übernahm.

Im März 2023 kritisierte die Familie Schömbächler öffentlich die ungenehmigte Nutzung ihrer Bilder und Stimmen. Sie betonte, niemals ihre Zustimmung zu den kommerziellen Produkten oder dem Lied gegeben zu haben. Daraufhin kündigte Stubete Gäng an, den Song neu aufzunehmen – diesmal ohne Hermanns Stimme.

Trotz der Vorbehalte der Familie bieten einige Unternehmen weiterhin "Richi"-Themenartikel an. Der Händler Swissmeme erklärte, man stehe in Verhandlungen mit dem SRF, das Teilrechte am Originalmaterial besitzt. Der Eishockey-Verband hingegen hat den Song inzwischen als Torhymne abgesetzt.

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Der Streitfall verdeutlicht die Spannung zwischen viralem Ruhm und Persönlichkeitsrechten. Durch das Einschreiten der Familie Schömbächler kam es zu Änderungen – etwa der Überarbeitung des Songs und dem Verzicht des Verbandes auf die Hymne. Dennoch bleibt ein Teil des Merchandise im Handel, während die juristischen Diskussionen andauern.

Quelle