Revolutionäres Bauprojekt ZEROES will CO₂-Ausstoß mit recyceltem Bauschutt halbieren
Henry KochRevolutionäres Bauprojekt ZEROES will CO₂-Ausstoß mit recyceltem Bauschutt halbieren
Ein neues Forschungsprojekt will die Herstellung von Baumaterialien revolutionieren
Unter dem Namen ZEROES soll der CO₂-Ausstoß durch das Recycling von Bauschutt und den Einsatz von Carbonaten in Beton und Ziegelsteinen deutlich reduziert werden. Offiziell gestartet wurde die Initiative am 3. Juli 2024 am Fraunhofer-Institut UMSICHT in Oberhausen.
Die Bauindustrie verbraucht jährlich rund 40 Milliarden Tonnen Sand und Kies – der Großteil davon fließt in mineralische Baustoffe wie Beton. Dabei entsteht besonders bei der Herstellung von Zement, dem gängigsten Bindemittel, ein hoher CO₂-Ausstoß.
Das Projekt ZEROES setzt hier an: Sämtliche Rohstoffe sollen aus recyceltem Bauschutt gewonnen werden. Statt herkömmlicher Bindemittel werden Carbonate in Beton und Kalksandsteinen erprobt. Ein weiterer innovativer Ansatz ist die direkte Einbindung von CO₂ in die Herstellung der Kalksandsteine.
Geleitet wird das Vorhaben vom Fraunhofer UMSICHT in Zusammenarbeit mit Partnern wie Betonwerk Büscher und Rohstoffbauwerke. Projektleiter Dr. Michael Prokein koordiniert die Forschung. Das Team ist überzeugt, dass dieser Ansatz die Emissionen in der energieintensiven Branche spürbar senken könnte.
Gelingt das Projekt, könnte ZEROES die Produktion von Baumaterialien grundlegend verändern. Durch die Wiederverwertung von Abfällen und die Speicherung von CO₂ in Ziegeln und Beton könnte ein praktikabler Weg zur Emissionsreduktion entstehen. Die ersten Ergebnisse hängen davon ab, wie sich die neuen Verfahren in der industriellen Praxis bewähren.






