Proteste gegen Castor-Transporte: Atomkraftgegner blockieren Autobahn A2 in Bottrop
Lukas AlbrechtProteste gegen Castor-Transporte: Atomkraftgegner blockieren Autobahn A2 in Bottrop
Rund 100 Atomkraftgegner werden an diesem Wochenende gegen geplante Transporte von radioaktivem Abfall protestieren. Die Kundgebung, die in der Nähe der Autobahn A2 in Bottrop-Süd organisiert wird, zielt darauf ab, den Transport hochradioaktiven Materials vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus zu blockieren. Die Demonstranten argumentieren, dass solche Transporte erhebliche Risiken für die öffentliche Sicherheit und die Umwelt bergen.
Die Protestaktion beginnt um 11:00 Uhr in der Nähe der A2. Die Teilnehmenden planen, durch Wohngebiete zu marschieren und Brücken über die Autobahn zu überqueren – Routen, die von der Polizei zunächst aus Sicherheitsgründen untersagt worden waren. Die Organisatoren setzten später eine gerichtliche Entscheidung durch, die ihnen den Weg freimachte.
Der Leitspruch der Gruppe, "Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn", bringt ihre Bedenken auf den Punkt. Sie verweisen auf die Gefahren durch radioaktive Strahlung sowie den maroden Zustand der Brücken entlang der A2, die derzeit umfangreich saniert werden. Die Aktivisten bestehen darauf, dass die Transporte so lange ausgesetzt werden müssen, bis die Infrastruktur verbessert ist. Bisher wurden keine konkreten Termine für die 152 geplanten Lkw-Ladungen mit Castor-Behältern festgelegt.
Unterdessen hat der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND NRW) rechtliche Schritte gegen die Transportgenehmigungen eingeleitet. Die Organisation wirft vor, dass die Transporte gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen und die lokale Bevölkerung gefährden.
Die Demonstration findet trotz früherer Einschränkungen statt. Angesichts laufender Klagen und wachsender öffentlicher Ablehnung bleibt die Zukunft der Castor-Transporte ungewiss. Die Behörden haben noch nicht bestätigt, ob und wann die Transporte tatsächlich stattfinden werden.