10 January 2026, 00:59

Preiskampf bei Schweinefleisch: Aldi löst Rabattschlacht mit drastischen Senkungen aus

Eine Glasvitrine in einem Fleischgeschäft, die Tabletts mit Fleisch und Preisschildern zeigt, mit Gebäuden und Bäumen im Fenster und der Decke des Raums oben im Bild.

Preiskampf bei Schweinefleisch: Aldi löst Rabattschlacht mit drastischen Senkungen aus

Ein drastischer Preisverfall bei Schweinefleisch hat einen Preiskampf unter deutschen Supermärkten ausgelöst. Discounter wie Aldi Süd und Norma haben die Preise für Hackfleisch, Wurst und Schweinefleischstücke deutlich gesenkt. Die Maßnahme folgt einem breiteren Trend sinkender Lebensmittelpreise, der mit Butter begann, die nun für unter 1 Euro pro 250 Gramm verkauft wird.

Die Preissenkungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Schweinezuchtbranche unter zunehmendem Druck steht. Branchenexperten warnen, dass anhaltend niedrige Preise weitere Höfe und Verarbeitungsbetriebe zur Schließung zwingen könnten – mit Arbeitsplatzverlusten in der gesamten Region als Folge.

Den Anfang machten die Butterpreise, wo 250-Gramm-Packungen nun weniger als 1 Euro kosten. Schnell weiteten die Supermärkte die Rabatte auf Schweinefleischprodukte aus. Aldi Süd senkte den Preis für eine 800-Gramm-Packung Schweinehack auf 3,79 Euro – ein Rückgang um 5 Prozent. Andere Produkte wie Gyros verbilligten sich um bis zu 7 Prozent, während Norma die Preise für Schweinekoteletts und Minute-Steaks kürzte.

Hinter dem Preiskampf steckt ein Überangebot an schlachtreifen Schweinen nach der Feiertagssaison. Die Schweinefleischpreise sind innerhalb einer Woche um 15 Cent pro Kilogramm gefallen, ein Minus von 10 Prozent. Landwirte und Verarbeiter kämpfen mit der Überproduktion und setzen den Handel unter Druck, mit noch größeren Nachlässen zu reagieren.

Die finanzielle Belastung trifft die Branche bereits hart. Die EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG wird ihr Werk in Britz schließen, wobei 500 Arbeitsplätze wegfallen. Gleichzeitig plant die deutsch-niederländische Vion Food Group, ihr Rindfleisch-Zerschneidewerk in Hilden spätestens bis zum 28. Februar 2026 – möglicherweise sogar früher – zu schließen. Davon betroffen sind rund 160 Mitarbeiter.

Der Westfalen-Lippe-Landwirteverband zeigt sich besorgt über die langfristigen Folgen. Er warnt, dass der anhaltende Preisdruck den Strukturwandel in der Schweinehaltung beschleunigen und kleinere Betriebe aus dem Markt drängen werde.

Da Supermärkte um Kunden werben, dürften die Preissenkungen für Schweinefleisch und Fleischwaren anhalten. Zwei große Betriebe haben bereits Schließungen angekündigt, wodurch über 650 Arbeitsplätze verloren gehen. Angesichts weiter fallender Schweinefleischpreise sind in den kommenden Monaten weitere Betriebsstilllegungen und eine Konsolidierung der Branche zu erwarten.