28 January 2026, 23:35

Pharmagroßhändler AEP wird digital: TPG übernimmt und setzt auf radikale Transformation

Eine alte Werbung für eine Apotheke in Rom, die einen Mann und eine Frau zeigt, die nebeneinander stehen, mit Text, der die Apotheke und ihre Dienstleistungen beschreibt.

Pharmagroßhändler AEP wird digital: TPG übernimmt und setzt auf radikale Transformation

Die Platform Group (TPG) hat den österreichischen Pharmagroßhändler AEP für einen nicht genannten Betrag im hohen zweistelligen Millionenbereich übernommen. Mit dem Deal will das Unternehmen den traditionellen Großhandel mit digitalen Lösungen verbinden – in einem zunehmend umkämpften Markt.

Die Übernahme folgt auf den Beschluss der Österreichischen Post, AEP im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung auf Infrastruktur und Logistik in Südosteuropa zu veräußern.

AEP, mit einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro, gilt als kleiner, aber agiler Akteur im deutschen Pharmagroßhandel, der von vier großen Konzernen dominiert wird. Dennoch machte das Unternehmen durch seine Rolle im viel beachteten "Barzahlungsrabatt-Streit" auf sich aufmerksam. Im Februar 2024 urteilte der Bundesgerichtshof, dass übermäßige Rabatte auf verschreibungspflichtige Medikamente unzulässig sind – ein richtungsweisendes Urteil für die Branche.

TPG-Chef Dominik Benner hat deutlich gemacht, dass er durch radikale Digitalisierung die etablierten Wettbewerber herausfordern will. Die Übernahme wird AEP mit der TPG-Tochter Aponow, einem Softwareanbieter, verschmelzen und digitale Tools direkt in die physische Lieferkette integrieren. Ziel ist es, durch die Verbindung von klassischem Großhandel und moderner Technologie die betrieblichen Abläufe effizienter zu gestalten.

Der Deal erfolgt zu einer Zeit, in der die Branche mit wachsendem regulatorischem Druck und zunehmender Konkurrenz durch Online-Apotheken wie Redcare Pharmacy und DocMorris konfrontiert ist. TPGs Strategie setzt auf die digitale Transformation, um sich in einem rasant wandelnden Markt zu behaupten.

Durch die Übernahme ist TPG nun besser positioniert, um im Pharmagroßhandel mitzuspielen – indem es das etablierte Netzwerk von AEP mit digitalen Innovationen verknüpft. Zwar wurde der genaue Kaufpreis nicht genannt, doch die Investition im hohen zweistelligen Millionenbereich unterstreicht den Willen, die Zukunft der Branche mitzugestalten. Der Fokus der gemeinsamen Aktivitäten liegt nun auf der Optimierung der Lieferketten und der Anpassung an neue regulatorische Vorgaben.