Ölpreise klettern auf 112 Dollar – BP verkauft Raffinerie und spart Milliarden
Clara MeyerÖlpreise klettern auf 112 Dollar – BP verkauft Raffinerie und spart Milliarden
Ölpreise steigen auf rund 112 Dollar pro Barrel – Blockaden im Hormus-Engpass gefährden 20 % der globalen Öl- und Flüssiggas-Lieferungen
Die Ölpreise sind auf etwa 112 Dollar pro Barrel geklettert, nachdem schwere Blockaden in der Straße von Hormus fast ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgas( LNG)-Transporte lahmlegen. Unterdessen treibt der britisch Energiekonzern BP seine umfassende Umstrukturierung voran – mit Vermögensverkäufen und drastischen Kostensenkungen, um die finanzielle Lage zu festigen.
Die Aktien des Unternehmens legten um 1,3 % zu, begünstigt durch die höheren Ölpreise und den jüngsten Verkauf einer Raffinerie in Deutschland. Analysten bewerten die BP-Aktie mittlerweile positiver, nachdem eine Reihe strategischer Schritte die Aussichten verbessert haben.
BP verschärft Sparmaßnahmen und verkleinert Portfolio Angesichts der steigenden Ölpreise hat BP seine Restrukturierungsbemühungen ausgeweitet. Das Unternehmen strebt nun an, die strukturellen Kosten bis 2027 um 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar zu senken – das zweite Mal seit Anfang letzten Jahres, dass die Sparziele nach oben korrigiert werden. Die Maßnahmen sollen künftige Cashflows sichern und die Bilanz stärken.
Gleichzeitig läuft der geplante Abbau von Vermögenswerten im Umfang von 20 Milliarden Dollar bis 2027 auf Hochtouren: Bisher wurden bereits über 11 Milliarden Dollar erlöst. Ein zentraler Schritt war der Verkauf der Raffinerie Gelsenkirchen an die Klesch Group. Die Transaktion umfasst rund 1.800 Mitarbeiter sowie eine Anlage mit einer Kapazität von 12 Millionen Tonnen pro Jahr und könnte die Verbindlichkeiten von BP um bis zu 1,7 Milliarden Dollar verringern.
Die Großbank HSBC hat daraufhin ihre Einschätzung der BP-Aktie von "Reduce" (Verkauf) auf "Hold" (Halten) hochgestuft und das Kursziel angehoben. Als Begründung nannte die Bank den Raffinerieverkauf und die verschärften Sparpläne.
Arbeitskonflikt in den USA – Lieferketten unter Druck Parallel dazu sieht sich BP in den USA mit Arbeitsproblemen konfrontiert: An der Raffinerie Whiting im Bundesstaat Indiana scheiterten Tarifverhandlungen, woraufhin rund 800 Gewerkschaftsmitglieder ausgeschlossen wurden. Die Unternehmensführung betont jedoch, die Produktion bleibe weitgehend unbeeinträchtigt. Unabhängig davon hat die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act erteilt, die es ausländischen Schiffen erlaubt, Waren zwischen US-Häfen zu transportieren – ein Schritt, um die angespannten Lieferketten zu entlasten.
Fazit: BP gewinnt an Investorenvertrauen – Ölmarkt bleibt angespannt Die Umstrukturierung bei BP gewinnt an Fahrt: Durch Vermögensverkäufe und Kostensenkungen steigt das Vertrauen der Anleger, die Aktie legt zu, und Analysten stufen die finanzielle Perspektive stabiler ein. Gleichzeitig bleibt der globale Ölmarkt unter Druck, da die Blockaden in der Straße von Hormus weiterhin ein Fünftel der weltweiten Lieferungen blockieren.






