Ökumenischer Friedensdialog in Münster diskutiert Versöhnung nach Kriegen
Henry KochÖkumenischer Friedensdialog in Münster diskutiert Versöhnung nach Kriegen
Vierter Ökumenischer Friedensdialog am 23. Oktober im Erbdrostenhof Münster
Am 23. Oktober findet im Erbdrostenhof in Münster der vierte Ökumenische Friedensdialog statt. Veranstaltet wird die Diskussion von der Deutschen Kommission Justitia et Pax, der Evangelischen Friedensarbeit sowie der Stadt Münster. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Herausforderungen Versöhnungsprozesse nach Kriegen mit sich bringen. Der Eintritt ist frei, Beginn ist um 19 Uhr.
Das diesjährige Thema lautet: "Voraussetzungen und Grenzen von Versöhnungsprozessen nach Kriegen". Die Veranstaltung knüpft an eine Tradition an, die seit Jahren zwischen Münster und Osnabrück – den historischen Städten des Westfälischen Friedens – gepflegt wird. In früheren Dialogen ging es unter anderem um Traumabewältigung, Vergebung, restaurative Gerechtigkeit und interreligiöse Zusammenarbeit, etwa am Beispiel des Nachkriegsdeutschlands nach 1945.
Die Gesprächsleitung übernimmt Dr. Jörg Luer, Geschäftsführer der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Zu den Teilnehmenden zählen Bishop Friedrich Kramer, Friedensbeauftragter der EKD, sowie Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Vorsitzender von Justitia et Pax. Zudem wirkt Dr. Irina Scherbakowa mit, eine russische Kulturwissenschaftlerin und Mitbegründerin der Menschenrechtsorganisation Memorial. Den Kreis der Gäste komplettiert Myroslav Marynovych, ukrainischer Menschenrechtsaktivist und Präsident des Instituts für Religion und Gesellschaft an der Ukrainischen Katholischen Universität Lwiw.
Die Schirmherrschaft hat Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe übernommen. Ziel der Veranstalter ist es, einen Austausch darüber anzuregen, wie Gesellschaften tiefe Spaltungen nach Konflikten überwinden können.
Der Dialog bringt Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen zusammen, um Erfahrungen und Erkenntnisse zur Aufarbeitung von Kriegsfolgen zu teilen. Frühere Ausgaben der Reihe haben praktische Ansätze für Gerechtigkeit und Versöhnung aufgezeigt – gestützt auf historische und aktuelle Fallbeispiele. Die Diskussion steht allen Interessierten offen und ist kostenfrei zugänglich.






