06 February 2026, 21:24

Oktoberfest 2025: Kubistisches Plakat bricht mit bayerischer Tradition

Eine Menschenmenge, die eine Straße entlanggeht, die mit Zelten, Fahrzeugen und Bäumen gesäumt ist, mit einem Bogen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund und Polen mit Fahnen auf der linken Seite, die wahrscheinlich das Oktoberfest in München, Deutschland, darstellen.

Oktoberfest Plakat 2026: Wiesn Symbole in einem farbenfrohen Spektakel - Oktoberfest 2025: Kubistisches Plakat bricht mit bayerischer Tradition

Das offizielle Plakat des diesjährigen Münchner Oktoberfests wurde enthüllt – ein mutiges, kubistisch-expressionistisches Werk des Künstlers Florian Huber. Das farbenfrohe Design markiert einen deutlichen Bruch mit der traditionellen, folkloristischen Bildsprache des Festes und setzt stattdessen auf einen zeitgenössischen Stil. Die Veranstalter lobten die dynamische Verbindung moderner und klassischer Elemente.

Hubers Entwurf setzte sich in einem Wettbewerb mit 129 Einreichungen durch, von denen 88 in die öffentliche Abstimmung kamen. Sein Design hatte bereits den zweiten Platz in der Online-Umfrage belegt, bevor es von der Jury mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wurde.

Der Plakatwettbewerb zog diesmal Teilnehmer aus ganz Deutschland an – ein Trend, der sich in den letzten Jahren verstärkt hat. Seit 2021 verzichtet die Oktoberfest-Kunst zunehmend auf hyperrealistische oder nostalgische Darstellungen von Dirndln, Lederhosen und Bierzelten. Stattdessen dominieren nun abstrakte Muster, urbane Einflüsse und vielschichtige Symbolik, inspiriert von Strömungen wie dem Bauhaus-Revival oder der Popkultur.

Hubers Siegerentwurf greift ikonische Festmotive auf – ein Riesenrad, die Frauentürme, eine Tuba, eine Maß Bier und eine Brezel – und interpretiert sie in einem markanten, fragmentierten Stil neu. Kritiker hoben die emotionale Wirkung des Werks sowie seine Parallelen zu Lyonel Feiningers Schaffen hervor, das Tradition und moderne Ästhetik verbindet.

Der zweite Platz ging an den Münchner Designer Karl-Roland Hefter, der 1.250 Euro erhielt, während Philipp Dauer, ebenfalls aus München, mit dem dritten Platz und 500 Euro ausgezeichnet wurde. Huber erhielt für seinen ersten Platz 2.500 Euro zuzüglich einer Lizenzgebühr von 5.000 Euro.

Das diesjährige Oktoberfest findet vom 19. September bis zum 4. Oktober auf der Theresienwiese statt. Das neue Plakat wird in der Bewerbung des Festes eine zentrale Rolle spielen.

Mit dem Plakat für 2025 setzt sich eine künstlerische Neuausrichtung des Oktoberfests fort: An die Stelle romantisierter bayerischer Szenen treten zunehmend moderne, minimalistische Ansätze. Hubers Design wird künftig auf offiziellen Merchandise-Artikeln, Veranstaltungsschildern und im globalen Marketing zu sehen sein. Die visuelle Identität des Festes verbindet heute zeitgenössische Kreativität mit seinen kulturellen Wurzeln.