Öffentliche Ladesäulen in Deutschland wachsen langsamer als je zuvor
Clara MeyerÖffentliche Ladesäulen in Deutschland wachsen langsamer als je zuvor
Deutschlands öffentliches Ladenetz für Elektroautos wächst weiter – aber langsamer
Die öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland ist zwar weiter gewachsen, doch das Tempo hat im Vergleich zu den Vorjahren nachgelassen. Stand 1. Oktober 2025 verfügt das Land über 179.938 betriebsbereite Ladepunkte – ein Nettozuwachs von 24.354 innerhalb der letzten zwölf Monate. Auch die Gesamtleistung der Ladestationen ist gestiegen und erreicht nun 7,33 Gigawatt (GW).
Die Expansion der Ladeinfrastruktur verliert an Fahrt: Während 2023 noch rund 41.000 neue öffentliche Ladepunkte hinzukamen, waren es 2024 nur noch knapp 33.000. Bis Anfang Oktober 2025 registrierte die Bundesnetzagentur etwa 16.500 weitere Stationen – ein Hinweis auf eine weitere Verlangsamung.
Wechselstrom-Ladestationen (AC), die häufig für langsameres Über-Nacht-Laden genutzt werden, stiegen um 11 Prozent auf 135.691. Damit kamen 13.052 neue Einheiten hinzu. Deutlich stärker wuchs die Zahl der Gleichstrom-Schnellladestationen (DC), die für schnelle Nachladungen entscheidend sind: Hier gab es ein Plus von 34 Prozent, sodass nun 44.247 Stationen verfügbar sind. Davon können 8.955 mindestens 150 kW liefern und ermöglichen so deutlich kürzere Ladezeiten.
Regional führte Nordrhein-Westfalen das Wachstum an und erhöhte seine Ladepunkte von 29.780 auf 35.286. Die Typ-2- und CCS-Stecker bleiben bundesweit am weitesten verbreitet, während die Zahl der CHAdeMO-Anschlüsse weiter zurückging.
Die aktuellen Zahlen bestätigen ein stetiges, aber nachlassendes Wachstum der deutschen Ladeinfrastruktur. Mit 179.938 öffentlichen Ladepunkten unterstützt das Netz eine steigende Zahl an Elektrofahrzeugen. Doch die verlangsamte Expansion 2025 könnte sich auf künftige Zulassungszahlen und die Verfügbarkeit von Ladestationen auswirken.