NRW verliert bis 2050 eine halbe Million Einwohner – doch zehn Kreise wachsen weiter
Lukas AlbrechtPrognose: Sauerland verliert Einwohner, Rheinland gewinnt - NRW verliert bis 2050 eine halbe Million Einwohner – doch zehn Kreise wachsen weiter
Nordrhein-Westfalen steht in den kommenden Jahrzehnten vor einem deutlichen Bevölkerungsrückgang. Bis 2050 könnte das Land eine halbe Million Einwohner weniger haben als noch 2023, bis 2070 könnte der Verlust sogar bei einer Million liegen. Doch nicht alle Regionen werden schrumpfen – nur zehn Kreise und Städte rechnen mit einem Wachstum, vor allem dank Zuwanderung.
Laut Prognose des Landesamts für Statistik werden bis 2050 nur wenige Regionen einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen. Am stärksten wächst demnach der Kreis Heinsberg mit einem Plus von 4,7 Prozent. Mönchengladbach folgt mit 4,3 Prozent, während Bonn und Münster um 3,9 beziehungsweise 2,4 Prozent wachsen sollen. Auch Düsseldorf, Kleve, Bielefeld, Düren, Euskirchen und Steinfurt verzeichnen ein leichtes Plus zwischen 0,5 und 1,5 Prozent.
Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Zuwanderung, insbesondere in den städtischen Ballungsräumen entlang des Rheinlands – von Niederrhein bis Bonn. Gleichzeitig stehen ländliche Gebiete in Ost- und Südwestfalen vor einem langfristigen Rückgang. Am stärksten betroffen sind der Märkische Kreis und der Kreis Olpe mit Einbußen von 12,5 beziehungsweise 12,3 Prozent. Auch der Hochsauerlandkreis und Höxter verlieren deutlich an Einwohnern: um 9,6 beziehungsweise 9,3 Prozent.
Sogar das Ruhrgebiet, traditionell ein Bevölkerungszentrum, bleibt von diesem Trend nicht verschont. Kreise wie Recklinghausen, Ennepe-Ruhr und Unna könnten bis 2050 etwa fünf Prozent ihrer Einwohner verlieren.
Die Bevölkerungsverschiebungen werden Nordrhein-Westfalen bis zur Mitte des Jahrhunderts prägen: Während einige städtische Zentren wachsen, schrumpfen die meisten ländlichen und Teile der industriell geprägten Regionen weiter. Die Veränderungen spiegeln die übergeordneten Trends von Urbanisierung und demografischem Rückgang in wirtschaftlich weniger dynamischen Gebieten wider.






