NRW-Schulen wechseln überraschend zum Distanzunterricht – Eltern und Lehrer überfordert
Henry KochNRW-Schulen wechseln überraschend zum Distanzunterricht – Eltern und Lehrer überfordert
Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen auf Distanzunterricht umgestellt
Nach eisigem Wetter und flächendeckenden Schulschließungen wechselten die Schulen in Nordrhein-Westfalen am Montag zum Distanzunterricht. Bildungsministerin Dorothee Feller verteidigte die Entscheidung.
Der plötzliche Umstieg auf Online-Unterricht sorgte bei vielen Familien für Chaos. Manche Eltern hatten Schwierigkeiten, sich auf den digitalen Lernplattformen einzuloggen, andere erhielten die Aufgaben stattdessen per E-Mail. Der Landeselternverband der Grundschulen kritisierte die kurze Vorlaufzeit und betonte, dass eine bessere Kommunikation den Familien die Vorbereitung erleichtert hätte.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) äußerte Bedenken hinsichtlich der ungleichen Unterstützung für Lehrkräfte während des Übergangs. Während einige Schulen den Fernunterricht reibungslos organisierten, kämpften andere mit technischen Problemen. Die SPD räumte ein, dass die späte Ankündigung Herausforderungen mit sich brachte, unterstützte aber Fellers Fokus auf die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler. Die FDP lehnte die Schließungen hingegen ab: Landesvorsitzender Henning Höne argumentierte, dass weniger drastische Maßnahmen möglich gewesen wären. Feller blieb bei ihrer Entscheidung und betonte, das Wohl der Kinder stehe an erster Stelle. Sie verwies auf Wettervorhersagen, die vor gefährlichem Glatteis gewarnt hätten, was die Anreise für Schüler und Lehrkräfte zu riskant gemacht habe.
Von der Absage betroffen waren sämtliche Präsenzveranstaltungen, sodass Lehrkräfte und Schüler kurzfristig umdisponieren mussten. Während einige die Sicherheitsvorkehrungen lobten, fragten andere, ob die Störungen mit früherer Planung hätten vermieden werden können. Nun evaluieren die Schulen, wie sie in Zukunft mit ähnlichen Situationen umgehen wollen.