NRW rettet Schienenverkehr mit 200-Millionen-Deal für National Express
Henry KochNRW rettet Schienenverkehr mit 200-Millionen-Deal für National Express
Nordrhein-Westfalens Verkehrsnetz einigt sich mit National Express auf Rettungspaket für den Schienenverkehr
Das Verkehrsnetz in Nordrhein-Westfalen hat mit National Express eine neue Vereinbarung getroffen, um den Schienenverkehr in der Region zu stabilisieren. Der Deal folgt auf finanzielle Schwierigkeiten und Insolvenzanträge mehrerer Betreiber, darunter Abellio und National Express selbst. Die Verantwortlichen hoffen nun, dass die überarbeiteten Konditionen die Zuverlässigkeit erhöhen und die Verluste verringern werden.
Die Probleme begannen Anfang 2022, als Abellio Rail, ein weiterer großer Betreiber im Rhein-Ruhr-Netz, Insolvenz anmeldete. Die VIAS Rail übernahm dessen Leistungen zum 1. Februar 2022. Noch im selben Jahr stand auch National Express – verantwortlich für die RRX-Linien – vor dem finanziellen Kollaps. Der Bund hatte bereits zuvor eingreifen müssen: 2023 übernahm die NWL die angeschlagene Eurobahn, einen weiteren kämpfenden Anbieter.
Laut der neuen Vereinbarung erhält National Express von den Verkehrsbehörden, darunter dem VRR, zusätzliche Mittel in Höhe von 200 Millionen Euro. Zudem werden die Verträge für zwei defizitäre Strecken, die RE7 und RB48, vorzeitig beendet – statt 2030 laufen sie nun nur noch bis 2027. Die erfolgreichen RRX-Linien hingegen werden bis 2035 verlängert.
Zu den Änderungen gehört auch die Abschaffung automatischer Strafzahlungen bei Verspätungen, die auf Infrastrukturprobleme zurückgehen. Diese Anpassung soll die finanzielle Belastung des Betreibers verringern. Die wilden Streiks, die im vergangenen Sommer den Betrieb lahmlegten, wurden im Rahmen der Einigung ebenfalls eingestellt.
Frank Heidenreich, CDU-Politiker, kritisierte zwar das frühere Missmanagement von National Express, räumte aber ein, dass die aktuelle Lösung die einzige realistische Option sei. Als Hauptgründe für die Instabilität im Sektor nannte er den harten Wettbewerb durch europaweite Ausschreibungen, steigende Energiekosten und Personalmangel.
Der überarbeitete Vertrag reduziert die Verluste von National Express, verlangt von den Behörden jedoch höhere Investitionen in das Netz. Mit den zusätzlichen Mitteln und den angepassten Bedingungen soll der Betreiber künftig zuverlässigere Leistungen erbringen. Die Vereinbarung markiert einen Versuch, den Schienenverkehr nach Jahren der finanziellen Turbulenzen in der Region zu stabilisieren.