07 May 2026, 04:27

NRW-Polizei setzt auf digitale Ermittlungen mit OSINT-Offensive

Eine Gruppe von Polizisten sitzt an einem Tisch während einer Schulung, mit Mobiltelefonen und anderen Gegenständen auf dem Tisch, in einem Raum mit Fenstern und Deckenlampen.

NRW-Polizei setzt auf digitale Ermittlungen mit OSINT-Offensive

Nordrhein-Westfalens Polizei stärkt ihre digitalen Ermittlungskompetenzen

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine groß angelegte Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich der digitalen Ermittlungen auszubauen. Im Mittelpunkt steht dabei Open Source Intelligence (OSINT) – die systematische Sammlung von Beweismaterial aus öffentlich zugänglichen digitalen Quellen. Eine Schlüsselfigur in diesem Vorhaben ist Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Beamter und Ausbilder beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss.

Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten begann mit dem Wachstum des Spezialteams beim Landeskriminalamt (LKA). Was einst als kleine Zweiergruppe startete, ist heute eine Abteilung mit 16 Expertinnen und Experten – darunter IT-Spezialisten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Fabian Coenen leitet die Abteilung 22.2 beim LKA in Düsseldorf, wo OSINT vor allem zur Aufklärung politisch motivierter Straftaten eingesetzt wird.

Restemeyer spielt eine zentrale Rolle bei der Schulung neuer LKA-Mitarbeiter sowie von Beamten, die den neu gegründeten „Digitalen Streifen“ zugeteilt werden. Diese Einheiten sind in sechs regionalen Polizeibehörden – den sogenannten §4-Behörden – aktiv. Das Projekt „Digitale Streife“ wurde im September 2024 offiziell gestartet und umfasst zehn zusätzliche Kräfte beim LKA sowie fast 100 weitere Polizisten im gesamten Bundesland.

Um die Expansion zu unterstützen, haben Restemeyer und sein Team ein webbasiertes Schulungsprogramm (WBT) entwickelt, das auf verschiedene OSINT-Anforderungen zugeschnitten ist. Die Schulung läuft auf der bereits vorhandenen Hardware und Software an den Arbeitsplätzen der Beamten, um eine einfache Zugänglichkeit zu gewährleisten. Neben dem LKA stellen auch sechs spezielle Staatsschutz-Einheiten OSINT-Expertise bereit – insbesondere für dringende Einsätze mit nationaler Sicherheitsrelevanz.

Das Schulungsprogramm und der personelle Ausbau markieren einen bedeutenden Fortschritt in der digitalen Polizeiarbeit der Region. Beamte erhalten nun strukturierte Anleitungen zur Sammlung und Analyse öffentlich verfügbarer Onlinedaten. Ziel der Initiative ist es, die Sicherheitsbehörden mit den notwendigen Werkzeugen auszustatten, um moderne Sicherheitsherausforderungen wirksamer zu bewältigen.

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