04 January 2026, 22:50

Notfalleinsätze ohne Transport: Wer zahlt die lebenswichtige Lücke in der Rettungskette?

Ein Rettungswagen steht links von einer Straße, während auf der rechten Seite ein Zelt viele Menschen schützt, mit einem Tisch und einem Stuhl in der Nähe.

Notfalleinsätze ohne Transport: Wer zahlt die lebenswichtige Lücke in der Rettungskette?

Die Finanzierung von Notfalleinsätzen, bei denen Patienten vor Ort behandelt werden, statt sie ins Krankenhaus zu transportieren, ist weiterhin ungeklärt. Diese sogenannten Einsätze ohne Patiententransport spielen eine entscheidende Rolle in der Notfallversorgung, doch ihre Finanzierung stellt die Kommunen weiterhin vor große Herausforderungen. Ohne eine klare Lösung drohen den Rettungsdiensten nun mögliche Fehlbeträge in Höhe von zehntausenden Euro.

Von einem Einsatz ohne Patiententransport spricht man, wenn Rettungskräfte die Behandlung vor Ort durchführen oder Patienten an eine Arztpraxis überweisen, anstatt sie in eine Klinik zu bringen. Zwar sind solche Einsätze für ein funktionierendes Notfallsystem unverzichtbar, doch ihre Finanzierung ist seit Langem umstritten. Wiederholte Verhandlungen zwischen Krankenkassen und kommunalen Rettungsdienstträgern blieben bisher ohne Ergebnis.

Versuche, das Problem durch eine bundesweite gesetzliche Regelung zu lösen, scheiterten nach dem Ende der damaligen Ampelkoalition. Seither gab es keine neuen Initiativen, um das Sozialgesetzbuch entsprechend anzupassen und eine Kostenerstattung für diese Leistungen zu sichern. Stadtdirektor Martin Murrack betonte, dass die Versorgung im Notfall niemals durch finanzielle Unsicherheiten gefährdet werden dürfe. Die Kommunen argumentieren, dass eine direkte Abrechnung der Einsätze ohne Transport mit den Bürgern weder praktikabel noch gerecht wäre. Stattdessen fordern sie eine nachhaltige, bundesweite Lösung, an der sowohl der Staat als auch die Krankenkassen beteiligt sind. Die zuverlässigste Lösung, so die Kommunen, wäre eine Änderung des Bundesrechts, die die Notfallversorgung ausdrücklich im Sozialgesetzbuch verankert. Ohne ein solches Vorgehen drohen den Rettungsdiensten Finanzlücken in Millionenhöhe. Sollten die Krankenkassen die Kosten für diese Einsätze weiterhin ablehnen, könnten die Behörden Schwierigkeiten bekommen, die essenzielle Notfallversorgung aufrechtzuerhalten.

Die Frage ist nun, ob die Bundespolitiker die blockierten Gesetzesänderungen wieder aufgreifen werden. Bis dahin müssen die Rettungsdienste weiterarbeiten – ohne gesicherte Finanzierung für einen zentralen Teil ihrer Arbeit. Die finanzielle Belastung könnte weiter steigen, falls sich Krankenkassen, Kommunen und der Staat nicht auf eine Lösung einigen.