23 March 2026, 10:35

Nitrat im Grundwasser bleibt in NRW ein ungelöstes Problem trotz schärferer Regeln

Metallischer Gießkann auf einem grünen Feld mit Pflanzen, Gras, Bäumen, Strommasten, einem Schild, Fahrzeugen, Gebäuden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Nitrat im Grundwasser bleibt in NRW ein ungelöstes Problem trotz schärferer Regeln

Hohe Nitratwerte im Grundwasser bleiben in Nordrhein-Westfalen ein hartnäckiges Problem. Trotz verschärfter Düngeregeln zeigen Tests kaum Verbesserungen – in manchen Privatbrunnen wurden Konzentrationen von bis zu 162 Milligramm pro Liter gemessen. Nun setzen sich Fachleute für Agroforstwirtschaft ein, also das Anpflanzen von Bäumen zwischen Ackerkulturen, um die Belastung zu verringern, ohne die Ernteerträge zu gefährden.

Die VSR-Gewässerschutz, eine Initiative, die sich seit 1980 für sauberes Wasser einsetzt, hat Brunnenproben und Daten zur Flussverschmutzung ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen: Jeder sechste Privatbrunnen überschreitet den Nitratgrenzwert von 50 mg/l. Eine Online-Karte auf vsr-gewaesserschutz.de verzeichnet 42 Kommunen, in denen die Grundwasserverschmutzung trotz Maßnahmen wie angepassten Düngeplänen und breiteren Pufferstreifen seit 2020 weiterhin schwerwiegend ist.

Tiefwurzelnde Bäume in Agroforstsystemen können Nitrat aufnehmen, bevor es ins Grundwasser sickert. Studien zufolge senkt diese Methode die Belastung, ohne die Erträge zu schmälern. Doch in Mönchengladbach bestehen 77 Prozent der Ackerflächen aus offenen Feldern ohne Baumbestand – ein Bild, das sich in weiten Teilen der Region wiederholt.

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Ein Bündnis aus Landwirtschaftsberatern fordert nun eine stärkere Verbreitung der Agroforstwirtschaft in Deutschland. Sie argumentieren, dass die Kombination von Bäumen und Nutzpflanzen sowohl die Wasserqualität als auch die Artenvielfalt schützt und damit zwei zentrale Umweltprobleme gleichzeitig angeht.

Die VSR-Gewässerschutz ruft die Bundesregierung auf, Agroforstwirtschaft als Teil einer nachhaltigen Agrarpolitik zu fördern. Der Ansatz könnte helfen, die Ziele für sauberes Wasser zu erreichen, ohne die Nahrungsmittelproduktion zu beeinträchtigen. Ohne gezielte Maßnahmen wird sich die Nitratbelastung in Brunnen und Flüssen in den kommenden Jahren voraussichtlich nicht spürbar verringern.

Quelle