Gedächtnislücken erschweren die Untersuchung im Klette-Prozess - Neue Zeugen im RAF-Prozess gegen Daniela Klette in Bochum
In Deutschland hat der Prozess gegen Daniela Klette, eine mutmaßliche Angehörige der Rote Armee Fraktion (RAF), wieder begonnen. Ihr wird vorgeworfen, an einem Supermarktüberfall im Bochumer Stadtteil Wattenscheid im Jahr 2006 beteiligt gewesen zu sein. Der Fall ist Teil einer umfassenderen Ermittlung zu einer Serie von Raubüberfällen, die sich über 17 Jahre erstreckte.
Der Überfall ereignete sich im Dezember 2006 in einem Supermarkt. Laut Staatsanwaltschaft drangen Klettes mutmaßliche Komplizen, Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub, in das Geschäft ein und erbeuteten etwa 160.000 Euro. Zeugen berichteten später, sie hätten an jenem Morgen ein Auto in der Nähe des Notausgangs geparkt gesehen.
Ein Beobachter bemerkte, dass die Scheiben des Fahrzeugs vollständig beschlagen waren und der Motor noch lief. Ein anderer erinnerte sich an eine kleinere Gestalt im Inneren, die eine Kapuze oder einen Hut trug und sich abwandte, als sie vorbeiging. Das Gericht wird zudem eine aufgezeichnete Aussage eines Zeugen vernehmen, der aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich erscheinen kann.
Der Prozess gegen Klette begann im März 2023 und soll voraussichtlich bis Mitte 2025 dauern. Ihr wird die Beteiligung an mehreren Raubüberfällen zwischen 1999 und 2016 vorgeworfen, angeblich zur Finanzierung des Untergrundlebens der Gruppe. Die Bande soll insgesamt mehr als 2,7 Millionen Euro erbeutet haben.
Die nächste Verhandlung ist für Mittwoch angesetzt, wobei weitere Zeugen des Bochumer Überfalls aussagen werden.
Im Prozess wird weiterhin Klettes mutmaßliche Rolle beim Überfall von 2006 sowie bei anderen Straftaten untersucht. In den kommenden Tagen werden weitere Zeugenaussagen erwartet. Die Verhandlungen sind Teil der langjährigen Ermittlungen zu den Aktivitäten der Rote Armee Fraktion.