Nach 85 Jahren: Kölns Großmarkt schließt
Kölner Großhandelsmarkt in Raderberg schließt nach 85 Jahren seine Pforten
Der historische Großhandelsmarkt im Kölner Stadtteil Raderberg wird nach 85 Jahren seine Tore schließen. Die Stadt hat alle Händler angewiesen, die Räumlichkeiten bis Ende 2025 zu verlassen. Trotz Bemühungen um einen Umzug steht bisher kein neuer Standort fest – für die Händler bleiben damit nur wenige Alternativen.
Das Aus für den Markt bedeutet das Ende einer Ära: Seit 1940 versorgte er die Stadt mit Waren. Pläne für einen Umzug nach Köln-Marsdorf scheiterten, und andere Vorschläge zerschlugen sich mangels Investoreninteresse. Eine verkleinerte Version des Marktes war im Gespräch, doch sie hätte nur einen Bruchteil des aktuellen Sortiments geboten – Käufer hätten ihre Waren künftig von verschiedenen Orten beziehen müssen.
Nevzat Taşkıran, Geschäftsführer bei Birkenheyer und seit fast vier Jahrzehnten im Großhandel tätig, hatte versucht, einen gemeinsamen Umzug der Händler zu organisieren. Viele Verkäufer sträubten sich jedoch, ihren langjährigen Standort aufzugeben. Als Übergangslösung sicherten Taşkıran und eine Gruppe von Händlern ein Lager auf der rechten Rheinseite. Das Gelände in Raderberg selbst soll in Parkstadt Süd umgewandelt werden, ein neues Wohnviertel. Ohne bestätigten Ersatz hinterlässt die Schließung des Marktes eine Lücke in der Kölner Versorgungskette.
Der Großhandelsmarkt wird am 31. Dezember 2025 schließen – ohne direkten Nachfolger. Händler und Gastronomen müssen sich nun darauf einstellen, Waren aus verschiedenen Quellen zu beziehen. Mit der Entscheidung der Stadt verschiebt sich der Fokus des Gebiets von Handel zu Wohnraum und beendet damit eine lange Tradition für Kölner Unternehmen.