23 December 2025, 13:10

Modernize Remembrance

Gedenktafeln mit Blumensträußen davor.

Modernize Remembrance

In Nordrhein-Westfalen hat eine neue Workshop-Reihe zur Erinnerungskultur der Russlanddeutschen mit einem hybriden Seminar ihren Auftakt gefeiert. Organisiert vom Landesverband der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR), stand die Veranstaltung im Zeichen der Gedenk- und Erinnerungskultur sowie neuer Strategien zur Bewahrung der Geschichte. Die Initiative fällt in ein Jahr, das für die russlanddeutschen Aussiedler mehrere bedeutende Jubiläen markiert.

Das Seminar, unterstützt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, hatte zum Ziel, praxisnahe und moderne Formate für die Erinnerungsarbeit zu entwickeln. Die Teilnehmer betonten die Bedeutung innovativer Ansätze und digitaler Fortschritte, um das Interesse an der russlanddeutschen Geschichte zu stärken und sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

In den kommenden Monaten wird eine Reihe von Online-Workshops die im Seminar angestoßenen Diskussionen vertiefen. Die Ergebnisse fließen in einen praxisorientierten Leitfaden für lokale und Bezirksgruppen der LmDR sowie angeschlossene Vereine ein. Der erste Teil des Leitfadens widmet sich der modernen Erinnerungskultur aus der Perspektive der Russlanddeutschen, während der zweite Abschnitt erfolgreiche Projekte aus der Praxis vorstellt. Die Teilnehmer hoben zudem die Notwendigkeit eines besseren Austauschs zwischen den Gruppen hervor. Sie waren sich einig, dass die Präsentation bestehender und abgeschlossener Projekte die Sichtbarkeit erhöht und anderen als nützliche Vorbilder dienen kann. Ein weiterer zentraler Schwerpunkt lag auf der Auseinandersetzung mit persönlicher Familiengeschichte und kollektivem Gedächtnis – und wie diese das Leben prägen sowie transgenerationale Traumata aufarbeiten können.

Die Workshop-Reihe mündet in einen praktischen Leitfaden für die LmDR-Ortsgruppen, der Werkzeuge an die Hand gibt, um das kulturelle Erbe lebendig zu halten. Durch die Verbindung digitaler Innovation mit traditioneller Erinnerungsarbeit soll die russlanddeutsche Geschichte auch für künftige Generationen relevant bleiben.