30 June 2026, 14:22

Mevlüde Genç: Vom Opfer rechtsextremer Gewalt zur Symbolfigur der Versöhnung

Trauer in Solingen: Mevlude Genc verstorben im Alter von 79 Jahren

Mevlüde Genç: Vom Opfer rechtsextremer Gewalt zur Symbolfigur der Versöhnung

Mevlüde Genç wurde nach einem verheerenden rechtsextremen Brandanschlag im Jahr 1993 zu einem Symbol für Widerstandskraft und Versöhnung. Bei der Tragödie kamen fünf Familienmitglieder ums Leben, ihr Sohn erlitt schwere Verbrennungen. Ihre Reaktion auf den Anschlag löste weitverbreitete Bewunderung und Anerkennung aus.

Am 29. Mai 1993 verlor Mevlüde Genç fünf Angehörige bei einem rechtsextremen Brandanschlag in Solingen. Ihr Sohn Bekir überlebte, trägt aber bis heute schwere Verbrennungen davon. Trotz des unermesslichen persönlichen Verlusts entschied sie sich für die deutsche Staatsbürgerschaft und widmete ihr Leben dem Kampf gegen Rassismus.

Die fünf Täter wurden später wegen Mordes verurteilt und zu Haftstrafen von 15 und 10 Jahren verurteilt. Mevlüde Gençs Einsatz für Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt fand bundesweite Beachtung und führte 1996 zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.

Der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau würdigte zum zehnten Jahrestag des Anschlags den Aufruf der Familie Genç zur Versöhnung. Armin Laschet bezeichnete sie später als „die beeindruckendste Frau, die ich je getroffen habe“. 2018 stiftete das Land zu ihren Ehren die Mevlüde-Genç-Medaille. Lokale Persönlichkeiten wie Sebastian Haug und Iris Preuß-Buchholz sehen in ihr seither eine verbindende Kraft für Solingen und darüber hinaus.

Mevlüde Gençs Vermächtnis lebt durch ihr Engagement und die nach ihr benannten Auszeichnungen weiter. Ihre Geschichte bleibt eine kraftvolle Mahnung an Widerstandsfähigkeit angesichts von Hass. Die Mevlüde-Genç-Medaille ehrt weiterhin Menschen, die sich für Toleranz und sozialen Zusammenhalt einsetzen.

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