Mainzer Fastnacht schreibt Geschichte: Erste Protokollchefin rockt die Bühne
Lukas AlbrechtFrauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainzer Fastnacht schreibt Geschichte: Erste Protokollchefin rockt die Bühne
Die 71. Ausgabe der Mainzer Fastnachtsrevue "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" hat Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal übernahm mit Christina Grom eine Frau das Amt der Protokollchefin. Mit scharfem Witz nahm sie politische Persönlichkeiten aufs Korn – und bewies dabei, dass die Tradition der Veranstaltung lebendiger ist denn je. Auch vertraute Gesichter wie Moderator Andreas Schmitt und Karnevalsliebling Jürgen Wiesmann kehrten auf die Bühne zurück.
Grom verpasste der langjährigen Revue mit ihrem Debüt als Protokollchefin frischen Schwung. Ihre Spitzen richteten sich unter anderem gegen Bundeskanzler Friedrich Merz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Besonders dreist: Sie schlug vor, der Himmel solle Trumps Ego mit der Gutenberg-Bibel "entlüften" – eine Hommage an die Mainzer Druckerkunst.
Die Revue hat eine lange Tradition, Trump auf die Schippe zu nehmen. Bereits 2016 persiflierten Sketche seinen Wahlkampf, 2017 parodierten die Mainzer sein Reden mit überzeichneter Lokalkolorit-Satire. Im Laufe der Jahre wurden die Witze immer pointierter, gipfelten 2020 in beißenden Abrechnungen mit seiner Präsidentschaft.
Andreas Schmitt führte als Moderator durch den Abend und schloss die Show in seiner Paraderolle als "Hoher Altardiener" des Mainzer Doms. Er übermittelte Papst Leo XIV. humorvolle Glückwünsche für mehr Gleichberechtigung und malte sich scherzhaft eine Zukunft aus, in der Papst Ulrike den Segen "Urbi et Orbi" erteilen könnte. Unterdessen feierte Jürgen Wiesmann sein 25-jähriges Bühnenjubiläum als Ernst Lustig, die beliebte Karnevalsfigur, und begeisterte das Publikum wie gewohnt mit seinem Charme.
Die 71. Ausgabe der Revue setzte mit Grom an der Spitze neue Maßstäbe – ohne dabei ihre satirischen Wurzeln zu verraten. Schmitts Schlussakt und Wiesmanns Jubiläumsauftritt rundeten die Highlights des Abends ab. Einmal mehr bewies die Veranstaltung, wie meisterhaft sie Tradition mit scharfem, zeitgenössischem Humor verbindet.