Machtkampf um die Zukunft der Presseverteilung in Deutschland
In Deutschland bahnt sich ein großer Rechtsstreit um die geplante Umstrukturierung der Presseverteilung an. Verleger im FFF-Bündnis wollen die bisherigen 13 regionalen Großhändler durch einen einzigen bundesweiten Anbieter ersetzen. Der Vorstoß stößt auf massiven Widerstand der etablierten Großhändler und Branchenverbände.
Das FFF-Bündnis strebt an, die Verteilung bis Ende 2026 über die Presse-Grosso-Allianz (PGA) zu zentralisieren. Ab 2027 sollen nur noch vier Unternehmen als „Systempartner“ erhalten bleiben. Die Allianz betonte erneut ihre Entschlossenheit und erklärte, die aktuelle Umsetzungsphase werde wie geplant fortgeführt.
Das Bundeskartellamt hatte sich kürzlich gegen ein Einschreiten entschieden, nachdem die Verleger ihre Pläne nachgebessert hatten. Dennoch halten die juristischen Auseinandersetzungen an. Das Landgericht Dortmund wies jüngst Eilanträge der Großhändler PDG und Lütkemeyer ab, die gegen ihre Vertragskündigungen kämpfen. Beide Unternehmen kündigten an, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um die Neuordnung zu stoppen.
Auch der Bundesverband Presse-Grosso hat sich in die Auseinandersetzung eingeschaltet. Er will die Umstrukturierung bis Sommer 2023 per Klage verhindern. Der Verband verurteilte das Vorgehen der Verleger als „bewusste und abgestimmte Zerstörung“ eines unabhängigen Wirtschaftsbereichs. Gleichzeitig wehren sich weitere Großhändler – Jost, Mietke, PGSW und Grossounion Nord – in separaten Verfahren gegen ihre Vertragskündigungen.
Der Plan des FFF-Bündnisses, die Verteilung unter dem Dach der PGA zu bündeln, bleibt vorerst auf Kurs. Die rechtlichen Kämpfe dauern an, mit mehreren Großhändlern und Branchenvertretern, die die Änderungen rückgängig machen wollen. Das Ergebnis wird die zukünftige Struktur der Presseverteilung in ganz Deutschland prägen.
