"Lives": Dino Pešuts mutiges Theaterdebüt über Familie und Identität
Clara Meyer"Lives": Dino Pešuts mutiges Theaterdebüt über Familie und Identität
"Lives": Ein neues Stück feiert Premiere im Theater Drachengasse in Wien
Im Theater Drachengasse in Wiens Dragon Alley hat das neue Stück "Lives" Premiere gefeiert. Die Produktion entstand aus dem preisgekrönten Jugendprojekt des Vorjahres, das unter 53 Einreichungen zum Thema "Mein Zuhause ist meine Burg" ausgewählt wurde. Der Autor Dino Pešut erhielt dafür ein Preisgeld von 5.000 Euro sowie den Auftrag, seine Idee in eine vollständige Bühnenfassung umzusetzen.
Der Wettbewerb, der in diesem Jahr zum 12. Mal stattfand, zeichnete Pešuts Drehbuch für seine scharfsinnige Auseinandersetzung mit Außenseitern und gesellschaftlichen Rollen aus. "Lives", auf Kroatisch verfasst, erzählt die Geschichte einer schwarzen Österreicherin und eines schwulen Kroaten, die beschließen, gemeinsam eine Familie zu gründen. Die Inszenierung verbindet Selbstironie, Wortspiele und spielerische Bühnengestaltung, um die Erwartungen des Publikums herauszufordern.
Noch vor Beginn der Vorstellung läuft in einer Schleife ein Video der Hochzeit von Meghan Markle und Prinz Harry. Die Aufführung selbst setzt auf sieben Discokugeln, Video-Projektionen und Live-Gesang. Während die ironische Verwendung der königlichen Aufnahmen eine zusätzliche Kommentarebene schafft, gab es bisher keine öffentlichen Reaktionen auf dieses Element.
"Lives" ist noch bis zum 1. Februar 2020 im Theater Drachengasse (Bar&Co) zu sehen und bietet eine Mischung aus Humor und Reflexion über Identität und Zugehörigkeit.
Für Dino Pešut markiert das Stück den Übergang vom Wettbewerbssieger zum etablierten Bühnenautor. Mit einer Kombination aus persönlichem Storytelling, Medienbezügen und mutiger Inszenierung lädt "Lives" das Publikum ein, alltägliche Rollen und Beziehungen neu zu denken. Die Vorstellungen laufen im Wein Theater noch bis Anfang Februar.