17 April 2026, 18:33

Leóns wilder Genarín: Wenn Karwoche auf Alkoholkult trifft

Buntes Plakat, das das Karnevalsfest Feria y Fiestas de Cáceres in Spanien ankündigt, mit traditionellen Kostümen, gelbem Hintergrund und schwarzer Schrift.

Leóns wilder Genarín: Wenn Karwoche auf Alkoholkult trifft

Jedes Jahr am Gründonnerstagabend feiert die spanische Stadt León eine Tradition wie keine andere

Während die Karwoche sonst von feierlichen religiösen Prozessionen geprägt ist, bringt der Genarín ein lärmendes, alkoholverherrlichendes Fest, das Tausende anzieht. Die Veranstaltung ehrt einen ortsansässigen Mann, dessen ungewöhnlicher Tod zum Mittelpunkt eines bleibenden Brauchs wurde.

Alles begann mit Genaro Blanco, einer bekannten Persönlichkeit in León, der in den 1920er-Jahren starb, nachdem er von einem Müllwagen erfasst worden war – während er trank. Statt zu trauern, verwandelten die Einheimischen seine Geschichte in eine Nacht des ausgelassenen Feierns. Heute versammeln sich jedes Jahr Menschenmengen im Stadtzentrum, nur wenige Stunden, nachdem die abendlichen religiösen Prozessionen zu Ende gegangen sind.

Der Kontrast zwischen den beiden Ereignissen könnte größer nicht sein. Während die früheren Umzüge von ernsten Gestalten und stiller Besinnung geprägt sind, ist der Genarín laut und chaotisch. Ein Höhepunkt ist der Auftritt eines Wagens namens La Moncha, auf dem eine Frau bei flackerndem Fackelschein aus einer übergroßen Zeitung vorliest. Doch der eigentliche Mittelpunkt der Prozession ist eine Statue von Genaro Blanco – begleitet von einem riesigen Fass Orujo, einem kräftigen lokalen Branntwein.

Tausende Liter Alkohol fließen durch die Straßen, während die Menge das Getränk großzügig weiterreicht. Viele bleiben bis zum Morgengrauen draußen und begeben sich dann direkt zum Encuentro, einer großen religiösen Versammlung am nächsten Morgen. Diese zeitliche Abfolge – zwischen Heiligem und Profanem – macht die Nacht zu einem unübersehbaren Spektakel.

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Das Fest hat sich zu einem der belebtesten Abende in León entwickelt und zieht Besucher aus ganz Nordspanien an. Die Bars sind überfüllt, Musik dröhnt, und der gewohnte Rhythmus der Stadt weicht einer wilden, ungenierten Feier des Lebens – und des Alkohols. Der Genarín bleibt ein prägender Teil von Leóns Identität, eine Mischung aus Respektlosigkeit und Tradition. Die Verbindung aus exzessivem Trinken und tief verwurzelten Bräuchen sichert ihm Jahr für Jahr einen festen Platz im Kalender der Stadt. Für Einheimische und Gäste gleichermaßen ist es eine Nacht, in der Geschichte, Humor und hochprozentiger Alkohol auf den Straßen aufeinanderprallen.

Quelle