17 March 2026, 14:29

Landwirt im Rollstuhl steuert 16 Stunden lang Erntemaschinen – dank genialer Technik

Mähdrescher bei der Arbeit in einem Maisfeld mit einer Person darin, umgeben von Maispflanzen, Gras und trockenen Blättern, mit Bäumen, Stromleitungen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Landwirt im Rollstuhl steuert 16 Stunden lang Erntemaschinen – dank genialer Technik

Martin Kraemer, ein Landwirt aus Neunkirchen-Seelscheid in Nordrhein-Westfalen, bewirtschaftet seit 15 Jahren seinen Hof – trotz einer Querschnittslähmung ab der Brust. Nach einem Verkehrsunfall im Jahr 2007, der ihn an den Rollstuhl fesselte, gab er seinen Beruf nicht auf. Heute steuert er während der Erntesaison bis zu 16 Stunden am Stück schwere Maschinen.

Kraemers Entschlossenheit trieb ihn dazu, seine Landwirtschaftsgeräte so umzurüsten, dass er weiterhin selbstständig arbeiten kann. Sein Traktor und der Feldhäcksler sind mit Joystick-Bedienungen statt Pedalen ausgestattet, eine Hebebühne ermöglicht das Ein- und Aussteigen, und eine Servolenkung unterstützt ihn beim Steuern. Die Kabine ist rollstuhlgerecht mit einem Drehsitz, sprachgesteuerten Funktionen und einem GPS-gelenkten Lenkassistenten ausgestattet. Zusätzliche Features umfassen automatische Höheneinstellung für das Schneidwerk und eine Fernbedienung für die Getreideentladung.

Um in seinen Erntemaschine zu gelangen, ließ Kraemer einen maßgefertigten Kran für 20.000 Euro anfertigen. Damit kann er sicher aus dem Rollstuhl in die Kabine wechseln, wo spezielle Sicherheitsgurte ihn während der Arbeit sichern. Trotz seiner Tetraplegie ermöglichen ihm diese Anpassungen, alle landwirtschaftlichen Aufgaben ohne Hilfe zu bewältigen.

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Mit der Maisernte, die nun in die letzte Phase geht, bleibt Kraemer konzentriert. Er verbringt die gesamten 16 Stunden seiner Schicht auf der Maschine und macht erst Schluss, wenn die Arbeit erledigt ist. Seine Geschichte wurde kürzlich in einer Folge der WDR Lokalzeit LandSchafft vorgestellt, die auf YouTube abrufbar ist.

Dank seiner umgerüsteten Maschinen und seinem unerschütterlichen Einsatz läuft Kraemers Landwirtschaftsbetrieb reibungslos weiter. Dass er schwere Geräte eigenständig bedienen kann, beweist: Körperliche Einschränkungen müssen kein Karriereende in der Landwirtschaft bedeuten. Seine Lösungen könnten auch für andere Betroffene zum Vorbild werden.

Quelle