04 February 2026, 19:14

Kölns harter Kurs gegen Drogen: Null Toleranz und neue Hilfsangebote am Neumarkt

Ein Plakat für die Elektrostadt Bergbahn, Deutschland, mit Bildern von Gebäuden, Bäumen, Hügeln und beschreibendem Text.

Kölns harter Kurs gegen Drogen: Null Toleranz und neue Hilfsangebote am Neumarkt

Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester hat einen stadtweiten Plan zur Bekämpfung drogenbedingter Probleme im öffentlichen Raum in Köln vorgestellt. Im Fokus der Initiative stehen bekannte Brennpunkte wie der Neumarkt, wo Drogenkonsum und -handel seit Langem ein Dauerproblem darstellen. Burmester setzt auf strengere Kontrollen des öffentlichen Dienstes – flankiert von neuen Hilfsangeboten für Suchtkranke in Köln.

Kern der neuen Strategie ist eine Null-Toleranz-Politik in öffentlichen Räumen in Köln. Durch verstärkte Streifen sollen Herumlungern, Drogenkonsum und aggressives Betteln konsequenter unterbunden werden. Gleichzeitig plant die Stadt die Eröffnung eines Suchthilfezentrums in der Nähe des Neumarkts in Köln, das Betroffenen Unterstützung anbietet.

Burmester argumentiert, dass das aktuelle Drogenverbot Beschaffungskriminalität begünstige, da Abhängige zur Finanzierung ihres Konsums auf Diebstahl zurückgreifen. Als Lösung schlägt er vor, den Mikrohandel mit Drogen in kontrollierten Suchteinrichtungen in Köln zu erlauben. Ein solcher Schritt würde jedoch Änderungen im Bundesrecht erfordern – erste Gespräche mit anderen Städten, darunter Düsseldorf, laufen bereits.

Der Kölner Vorschlag reiht sich in bundesweite Bestrebungen zur Drogenpolitik-Reform ein. Berlin, Frankfurt und Hannover haben sich um EU-konforme Modellprojekte beworben, die eine regulierte Abgabe von Cannabis testen sollen. Ziel dieser Pilotvorhaben ist es, den illegalen Straßenhandel einzudämmen, indem kontrollierte Abgabestellen eingerichtet werden.

Kölns Ansatz kombiniert damit verschärfte öffentliche Ordnung mit schadensmindernden Maßnahmen. Sollte der Plan umgesetzt werden, könnten das Suchthilfezentrum und das Mikrohandel-Modell die städtische Drogenkriminalitätsbekämpfung in Köln neu prägen. Der Erfolg hängt jedoch von Anpassungen im Bundesrecht und der Zusammenarbeit mit Nachbarregionen ab.