09 February 2026, 00:57

Kölner Karneval bricht Preise – doch die Wirtschaft jubelt über 2 Milliarden Euro

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines pulsierenden viktorianischen Karnevals in London, England, mit einer Menge Menschen, Zelten, Gebäuden, Flaggen und Polen unter einem Himmel.

Fasching bringt Milliarden - Köln bleibt Umsatzzentrum - Kölner Karneval bricht Preise – doch die Wirtschaft jubelt über 2 Milliarden Euro

Die Kölner Karnevalssaison ist in vollem Gange zurück – doch Besucher müssen für Unterkünfte deutlich tiefer in die Tasche greifen als in den Vorjahren. Die Hotelpreise in der Domstadt sind um fast 90 Euro pro Nacht gestiegen, was einem Anstieg von 66 Prozent entspricht und Köln damit zum teuersten Ziel für Jecken macht. In anderen Karnevalshochburgen wie Düsseldorf und Mainz sind die Preise dagegen leicht gesunken, was vor allem regionale Gäste anlockt.

Trotz der in diesem Jahr kürzeren Saison bleibt die wirtschaftliche Bedeutung des Events enorm. Die Gesamteinnahmen für Deutschland werden auf rund 2 Milliarden Euro geschätzt, wobei Köln allein 850 Millionen Euro erwirtschaftet – das sind über 40 Prozent des bundesweiten Umsatzes. Den größten Anteil streifen Gaststätten und Restaurants mit etwa 900 Millionen Euro ein, während der öffentliche Nahverkehr mit 290 Millionen Euro und Übernachtungen mit 210 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Hinzu kommen 162 Millionen Euro aus dem Verkauf von Eintrittskarten und dem Bau von Festwagen. Auch der Einzelhandel profitiert: Mit Kostümen und Süßigkeiten wird ein Umsatz von 400 Millionen Euro erwartet. Allerdings liegen die diesjährigen Einnahmen rund 100 Millionen Euro unter denen von 2023 – hauptsächlich wegen der verkürzten Feierlichkeiten.

Die Erholung des Karnevals nach der Pandemie verläuft ungleichmäßig. Die Besucherzahlen bei Kölner Umzügen und Veranstaltungen brachen während der Corona-Beschränkungen 2021–2022 von 1,5 Millionen auf unter 100.000 ein. Seither haben sie sich auf etwa 1 bis 1,2 Millionen pro Jahr erholt. Internationaler Besuch, der einst 20 bis 25 Prozent ausmachte, liegt nun nur noch bei 10 bis 15 Prozent – vor allem aus benachbarten EU-Ländern. Die wirtschaftlichen Verluste während der Pandemie sanken von 2 bis 3 Milliarden Euro vor 2020 auf 0,5 Milliarden, doch für 2024–2025 werden für Köln allein wieder rund 2,5 Milliarden Euro erwartet.

Der Kölner Karneval bleibt eine wirtschaftliche Kraft, auch wenn gestiegene Kosten und die kürzere Saison die diesjährigen Einnahmen leicht gedämpft haben. Die Stadt dominiert weiterhin die Umsatzgenerierung, während nahegelegene Ziele wie Düsseldorf und Mainz preisbewusste regionale Gäste anziehen. Hotels, Restaurants und der Einzelhandel profitieren nach wie vor am stärksten von den Feierlichkeiten.