16 March 2026, 10:28

Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit Streit aus

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit Streit aus

Kölner Dom könnte erstmals Eintrittsgeld verlangen

Der Kölner Dom, eines der bedeutendsten historischen Bauwerke Deutschlands und Aufbewahrungsort der Reliquien der Heiligen Drei Könige, könnte bald erstmals ein Eintrittsgeld erheben. Jährlich besuchen rund sechs Millionen Menschen die Kathedrale. Die Pläne, die in der zweiten Jahreshälfte in Kraft treten sollen, stoßen bereits auf scharfe Kritik.

Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, hat sich öffentlich gegen die Einführung von Eintrittsgeldern ausgesprochen. Sie argumentiert, dass eine solche Maßnahme den heiligen Ort in eine Art Museum verwandeln würde. Aus ihrer Sicht sei der Dom ein "missionarisches Angebot der Kirche" und solle für alle frei zugänglich bleiben.

Schock-Werner warnte, dass Eintrittsgelder Besucher abschrecken und den Charakter der Kathedrale verändern könnten. Zudem befürchtet sie, dass in Zukunft nur noch finanziell besser Gestellte den Dom besuchen könnten. Zwar erkenne sie den Bedarf an zusätzlichen Einnahmen an, doch ein Eintrittsgeld untergrabe die spirituelle und kulturelle Bedeutung des Bauwerks.

In den vergangenen Jahren gab es bereits heftigen Widerstand gegen ähnliche Vorhaben. 2023 löste ein vorübergehender Vorschlag für Eintrittsgelder im Kölner Dom Proteste und eine Petition mit über 100.000 Unterschriften aus. Auch der Aachener Dom sah sich 2024 mit massiver Kritik konfrontiert, nachdem eine Erhaltungsgebühr eingeführt werden sollte – die Pläne wurden schließlich zurückgenommen. Viele Deutsche betrachten den freien Zugang zu solchen Stätten als kulturelles Recht.

Die zuständige Domverwaltung hat die genaue Höhe der Gebühren und den Starttermin noch nicht endgültig festgesetzt. Sollte das Eintrittsgeld tatsächlich kommen, wäre dies ein einschneidender Wandel für ein Bauwerk, das eng mit der Identität Kölns verbunden ist. Bisher scheiterten ähnliche Versuche, an anderen deutschen Wahrzeichen Eintritt zu verlangen, meist am breiten Widerstand der Bevölkerung.

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