16 March 2026, 16:33

Kirchenaustritte in NRW sinken – doch die katholische Kirche schrumpft weiter

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Kirchenaustritte in NRW sinken – doch die katholische Kirche schrumpft weiter

Immer weniger Menschen in Nordrhein-Westfalen treten aus der katholischen Kirche aus – das zeigen die neuen Zahlen für das Jahr 2025. Das Erzbistum Köln verzeichnete den dritten Rückgang in Folge bei den Austritten, doch die Gesamtzahlen bleiben auf hohem Niveau. Gleichzeitig gibt es mehr Erwachsenentaufen und einen Anstieg der Gottesdienstbesucher, was den Kirchenvertretern etwas Hoffnung gibt.

Im Jahr 2025 verließen insgesamt 152.783 Menschen offiziell die katholische und die evangelische Kirche in Nordrhein-Westfalen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zu 2024, als die Austrittszahlen noch höher lagen. Allein aus der katholischen Kirche traten im vergangenen Jahr 84.440 Gläubige aus – nach 86.946 im Vorjahr.

Trotz des Rückgangs schrumpft die Zahl der Katholiken in der Region weiter. Die Mitgliederzahl sank innerhalb eines Jahres von 5,8 auf 5,6 Millionen. Der Trend zeigt, dass die Kirche weiterhin vor großen Herausforderungen steht, selbst wenn weniger Menschen den Austritt wählen.

Das Erzbistum Köln verwies auf einige positive Signale, darunter mehr Erwachsenentaufen und eine höhere Messbesuchszahl. Generalvikar Guido Assmann bezeichnete diese Entwicklungen als Grund für vorsichtigen Optimismus. Doch nicht alle Experten teilen diese Einschätzung.

Der Kanonrechtler Thomas Schüller bezeichnete die Fortschritte als oberflächlich. Er sprach von "Schönfärberei" und warnte, dass tiefgreifendere Probleme wie das wachsende Misstrauen in der Bevölkerung die Zukunft der Kirche weiterhin gefährdeten.

Die aktuellen Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild für die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen. Zwar gehen die Austritte zurück und die Bindung der Gläubigen nimmt leicht zu, doch der allgemeine Mitgliederschwund hält an. Die Kirchenführung räumt ein, dass grundlegende Probleme angegangen werden müssen, um den langfristigen Abwärtstrend umzukehren.

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