KI verschärft Cyberangriffe: Warum Unternehmen jetzt umdenken müssen
Jonas MayerKI verschärft Cyberangriffe: Warum Unternehmen jetzt umdenken müssen
Cyberbedrohungen nehmen dramatisch zu – fast neun von zehn IT-Experten stufen die aktuelle Lage als hoch oder sehr hoch riskant ein. Eine neue Umfrage des eco-Verbands zeigt, dass Ransomware und CEO-Betrug nach wie vor die größten Gefahren darstellen, während sich Unternehmen auf KI-gestützte Angriffe in naher Zukunft einstellen müssen.
Die Studie, die auf den Antworten von 175 IT-Fachleuten basiert, identifiziert Ransomware als die häufigste Bedrohung – 6,4 % der Unternehmen waren betroffen. Knapp dahinter folgt CEO-Betrug mit 6,3 %. Moderne Ransomware-Gruppen setzen zunehmend auf KI-gestützte Methoden: Sie stehlen Daten, bevor sie Systeme verschlüsseln, und fordern so zweimal Lösegeld. Gleichzeitig berichteten 5 % der befragten Firmen von mehreren schweren Sicherheitsvorfällen im vergangenen Jahr.
Die Verschlüsselung von Daten und sichere Kommunikation stehen ganz oben auf der Liste der dringendsten Sicherheitsmaßnahmen. Zwar bilden 60 % der Unternehmen ihre Mitarbeiter regelmäßig weiter und verfügen über Notfallpläne, doch bleibt eine Lücke: Viele Betriebe bewerten allgemeine wirtschaftliche Risiken als bedrohlicher als Angriffe auf die eigene Infrastruktur. Für die Zukunft erwarten 93 % der Befragten, dass KI die Cybergefahren verschärfen wird – vor allem durch ausgefeiltere Phishing-Attacken. Dennoch setzen bereits 40 % KI-Tools ein, um Angriffe in Echtzeit zu erkennen und abzuwehren. Fast die Hälfte der Unternehmen plant, ihre IT-Sicherheitsbudgets aufzustocken, um den Herausforderungen zu begegnen. Die Umfrage verweist zudem darauf, dass in den vergangenen zwölf Monaten keine deutschen Unternehmen öffentlich als Opfer schwerer Vorfälle in Verbindung mit internationalen Cyberkriminalitäts-Syndikaten identifiziert wurden.
Die Ergebnisse unterstreichen einen deutlichen Anstieg der Cyberrisiken, wobei Ransomware und KI-basierte Angriffe die größten Sorgen bereiten. Unternehmen reagieren mit verstärkten Schulungen, dem Einsatz von KI-Abwehrmechanismen und höheren Investitionen. Doch die Kluft zwischen der wahrgenommenen externen Bedrohung und der internen Vorbereitung bleibt für viele ein zentrales Problem.