06 November 2025, 08:02

Justus Frantz: Vom „Klassik-Onkel“ zu Putins umstrittenem Freund

Ein Mann in einem schwarzen Mantel spielt Geige auf einem Holztisch, mit schwarzem Hintergrund und einem kleinen Zitat oben auf dem Bild.

Justus Frantz: Vom „Klassik-Onkel“ zu Putins umstrittenem Freund

Justus Frantz, einst Deutschlands geliebter "Klassik-Onkel" im Fernsehen, hat ein faszinierendes Leben geführt – geprägt von bemerkenswerten Begegnungen und Kontroversen. Ob im Umgang mit politischen Größen oder als Gastgeber renommierter Musiker: Frantz’ Geschichte handelt von Freundschaft, Verrat und einer tiefen Leidenschaft für die klassische Musik. Seine Dinnerpartys waren alles andere als gewöhnlich. Zu den Gästen zählten prominente Persönlichkeiten wie Sahra Wagenknecht und Alice Weidel. Einmal zeigte er mir die historische Bank, auf der er mit "Lenny" plauderte – niemand Geringerer als Leonard Bernstein – sowie die Räume, in denen der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt seine Memoiren verfasste. Sein von Hajo Frey organisierter "Klassik-Escort-Service" lockte auch Frantz nach Russland. Diese Verbindung zog Kritik auf sich, manche warfen ihm vor, sich von Wladimir Putin instrumentalisieren zu lassen. Tatsächlich ehrte Putin Frantz mit dem Russischen Orden der Freundschaft – eine Auszeichnung, die für Aufsehen sorgte. Auf seiner Finca auf Gran Canaria empfing Frantz zahlreiche Besucher. Ich durfte einmal mit ihm durch den Garten spazieren. Doch sein Einfluss reichte weit über sein Privatleben hinaus: Als Deutschlands beliebtester Klassik-Moderator brachte er die Schönheit der klassischen Musik in die Wohnzimmer des Landes. Doch Frantz’ Erbe ist nicht unumstritten. Kritiker werfen ihm vor, die Musik und sich selbst verraten zu haben, als er sich mit zweifelhaften Persönlichkeiten wie Putin einließ. Auch seine Musiker vom Philharmonic of the Nations blieben nicht ohne Eklat – etwa, als sie den Kühlschrank in der Mannschaftsmesse plünderten. Dennoch ist Frantz’ Wirkung auf die klassische Musik unbestritten, wie seine Konzerte zeigen, etwa in der Alten Oper Frankfurt, wo er mit dem jungen Pianisten Lukas Sternath und dem Dirigenten Petr Popelka auftrat. Justus Frantz’ Leben beweist die Kraft der Musik, Menschen zu verbinden – auch wenn seine Verbindungen immer wieder Kritik hervorrufen. Von seinen Dinnerpartys mit Politikern bis zu seinem Einfluss auf die Klassik: Sein Vermächtnis ist vielschichtig. Trotz aller Kontroversen bleiben seine Liebe zur Musik und seine Prägung der klassischen Szene in Deutschland unbestritten.