Joey Skaggs' Aprilscherz-Parade stellt Medien erneut auf die Probe
Lukas AlbrechtJoey Skaggs' Aprilscherz-Parade stellt Medien erneut auf die Probe
Seit 1986 lädt der Künstler und Scherzkeks Joey Skaggs alljährlich die New Yorker Medien zu einer Aprilscherz-Parade ein. Die Veranstaltung verbindet Satire mit Spektakel und lässt Reporter oft ratlos zurück, was wirklich ist und was nicht. Die diesjährige Pressemitteilung kündigt einen Umzug an, angeführt von keinem Geringeren als dem Präsidenten persönlich – und fordert die Teilnehmer auf, die Grenzen zwischen Wahrheit und Illusion auszuloten.
Skaggs hat sich einen Namen damit gemacht, renommierte Medien hereinzulegen. Seine Streiche haben im Laufe der Jahrzehnte die New York Times, Newsweek, die Washington Post und die Nachrichtenagentur Associated Press auf den Leim geführt. 1973 inszenierte er eine gefälschte "Katharsis-Lounge", in der Menschen in Kissen schreien konnten, und 1980 erfand er eine "Promi-Spermabank", über die Newsweek ernsthaft berichtete. Die Washington Post fiel 1981 auf seinen "Fisch-Intelligenztest" herein – einen angeblichen IQ-Test für Goldfische – und musste später Richtigstellungen veröffentlichen.
Doch Skaggs ist nicht der Einzige, der die Medien am 1. April auf die Probe stellt. 1985 veröffentlichte Sports Illustrated eine Geschichte über Hayden "Sidd" Finch, ein angebliches Pitching-Talent der New York Mets, das Bälle mit 270 km/h werfen konnte. Die skurrile Figur war frei erfunden – ein Werk des Reporters George Plimpton. Und 1998 gab David Bowie eine prunkvolle Party zur Gründung eines Verlags für den fiktiven Schriftsteller William Boyd.
Skaggs beschreibt seine Arbeit als Malerei auf der Leinwand der Medien. Seine Paraden persiflieren oft Autoritäten und hinterfragen Wahrnehmungen. Frühere Themen waren unter anderem ein Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb und eine Y2K-Apokalypse-Party. Sein Ziel, sagt er, sei es, den Menschen ihre "angeborene Torheit" vor Augen zu führen – und das Recht, über die Mächtigen zu lachen.
Auch in diesem Jahr setzt die Veranstaltung diese Tradition fort. Die Pressemitteilung verspricht ein Spektakel, das die Realität verschwimmen lässt, mit dem Präsidenten an der Spitze des Umzugs. Wie immer wird die Grenze zwischen Wahrheit und Täuschung fließend sein.
Die Parade wird erneut testen, wie leicht Öffentlichkeit und Presse das Absurde als Fakt akzeptieren. Skaggs' lange Geschichte an Scherzen zeigt: Selbst seriöse Medien können hereingelegt werden. Für die Teilnehmer bleibt das Event eine spielerische, aber treffende Kritik an Glauben und Medienglaubwürdigkeit.






